Mit dem GNU Image Manipulation Program (GIMP)
können Sie digitale Bilddateien erstellen, ändern, bearbeiten
und verbessern - Fotografien, eingescannte Bilder, mit dem Computer
erstellte Bilder usw. Dieses Kapitel gibt Ihnen einen schnellen
Überblick über das Programm GIMP und
seine häufigen Anwendungen.
Wie andere Bereiche hat auch die Bildbearbeitung ihr eigenes Vokabular.
Es ist unmöglich, in diesem Kapitel alle für ein volles
Verständnis von GIMP erforderlichen
Ausdrücke und Begriffe vollständig zu dokumentieren. Wenn Sie
mehr erfahren möchten, können Sie auf eine Vielzahl von
Büchern zurückgreifen, die GIMP und
seine Funktionen sowie die grundlegenden Begriffe der Bildbearbeitung
dokumentieren. Weitere Informationen zu GIMP
finden Sie in Abschnitt namens Wo Sie weitere Informationen finden können.
Wenn Sie sich in GIMP umschauen, werden Ihnen
schnell die vielen Tools zum Bearbeiten von Bildern auffallen - viel
mehr, als in einem einzigen Kapitel beschrieben werden könnten.
Wenn Sie mit den Tools von GIMP nicht den
gewünschten Effekt erzielen können und sich zutrauen, Skripten
in der Skriptsprache Scheme zu schreiben, können Sie
GIMP außerdem ein neues
Script-Fu hinzufügen. Ein Script-Fu ist einem
Makro ähnlich, wie es in einer Textverarbeitung oder einem
Tabellenkalkulationsprogramm verwendet wird - es wendet bestimmte Effekte
(Filter oder andere Funktionen von GIMP) auf
eine Grafik oder einen Text an. Die in Gimp
bereits enthaltenen, vordefinierten Script-Fus können von allen
Benutzern verwendet werden, Sie können aber auch Ihre eigenen
schreiben. Weitere Informationsquellen zu Script-Fus finden Sie in
Abschnitt namens Wo Sie weitere Informationen finden können.
GIMP verfügt über viele Funktionen,
hat jedoch auch einige Beschränkungen. Professionelle Grafiker, die
Grafiken für Druckmedien erstellen, werden in
GIMP einige Anwendungen vermissen, die
speziell für die Vorbearbeitung von Grafiken für Druckmedien
vorgesehen sind, oder die Anwendung ist möglicherweise schwieriger.
So ist in GIMP zum Beispiel die Verwendung des
CMYK (Cyan, Magenta, Yellow und Black)-Farbraums, der für den
Ausdruck von Farbgrafiken normalerweise verwendet wird, (noch) nicht
möglich. In GIMP wird stattdessen der
RGB (Red, Green und Blue)-Farbraum verwendet. Wer Grafiken für das
Web erstellt hat, wird damit vertraut sein.
Da GIMP für die Erstellung von
Web-Grafiken gut geeignet ist, wollen wir uns in diesem Kapitel mit
diesem Thema beschäftigen. Zuerst wollen wir ein Foto für eine
Web-Seite bearbeiten. Anschließend werden wir ein Hintergrundbild
erstellen, das dann als Hintergrund unserer Web-Seite angeordnet wird.
Schließlich werden wir mit GIMP ein
Titelbild für die Web-Seite erstellen.
Bevor wir nach dem Prinzip "Learning by doing" beginnen
können, müssen Ihnen einige Grundlagen bekannt sein: das
Erstellen von Dateien, das Speichern von Dateien, die Toolbox und
Dialogfelder.
Um mit GIMP umgehen zu können,
müssen Sie einige Grundlagen kennen. In einem Xterm können
Sie GIMP über den Befehl (Sie haben es
wahrscheinlich schon erraten) gimp starten.
Wie bei anderen Anwendungen gibt es auch in
GIMP verschiedene Möglichkeiten,
bestimmte Aufgaben auszuführen. Allgemein gibt es drei
Möglichkeiten der Arbeit mit GIMP:
Klicken mit der rechten Maustaste auf ein Bild. Dadurch wird eine
Reihe von Menüs geöffnet, die die meisten der Funktionen
von GIMP enthalten.
Über die Toolbox, unter Verwendung der Tools oder der
Pull-Down-Menüs File bzw.
Xtns - siehe Abschnitt namens Die Toolbox.
Die Toolbox von GIMP ist eine Palette mit
häufig benötigten GIMP-Tools:
Abbildung 9-1 Die Toolbox
Sie können die Toolbox minimieren (Anzeige im Panel), beim
Schließen der Toolbox wird GIMP
jedoch auch geschlossen.
Wenn Sie den Mauszeiger über die verschiedenen Buttons bewegen,
wird ein Popup-Dialogfeld angezeigt, in dem das Tool beschrieben wird.
Klicken Sie in der Toolbox auf den Button des Tools, das Sie
verwenden möchten. Daraufhin wird der Button farbig dargestellt,
um anzuzeigen, dass dies das aktive Tool ist.
Allgemein wird ein Tool auf ein Bild angewendet, indem Sie das
entsprechende Tool aktivieren und anschließend darauf klicken
und mit der Maus auf das Bild ziehen. Wenn nur ein Teil des Bilds
ausgewählt ist, ist die Wirkung des Tools nur auf den
ausgewählten Teil beschränkt. Eine Auswahl wird durch einen
sich bewegenden gepunkteten Rand markiert (auch "
marschierende Ameisen" genannt).
Für viele der Tools sind Optionen verfügbar. Durch
Doppelklicken auf den zugehörigen Button wird das Dialogfeld
Tool Options für dieses Tool geöffnet.
Select rectangular regions
(Auswahl rechteckiger Bereiche)
Mit diesem Tool können rechteckige Bildteile
ausgewählt werden. Wenn Sie auf das Bild klicken und
anschließend die Umschalttaste
drücken und halten, während Sie gleichzeitig die
Maus ziehen, entsteht ein rechteckiger Bereich. Wenn Sie auf
das Bild klicken und anschließend die
Strg-Taste drücken und gedrückt
halten, während Sie gleichzeitig die Maus ziehen, wird
der Anfangsbereich zum Mittelpunkt des Rechtecks
(normalerweise ist der Anfangspunkt am Rand des Rechtecks).
Select elliptical regions
(Auswahl elliptischer Bereiche)
Mit diesem Tool können kreisförmige oder ovale
Bildteile ausgewählt werden. Wenn Sie auf das Bild
klicken und anschließend die
Umschalttaste drücken und gedrückt
halten, während Sie gleichzeitig die Maus ziehen,
entsteht ein Kreis. Wenn Sie auf das Bild klicken und
anschließend die Strg-Taste
drücken und gedrückt halten, während Sie
gleichzeitig die Maus ziehen, wird der Mittelpunkt der
Ellipse zum Anfangspunkt (normalerweise ist der Anfangspunkt
am Rand der Ellipse).
Select hand-drawn regions
(Auswahl Freihandbereiche)
Mit diesem Tool, auch als Lasso
bezeichnet, können Freihandbereiche ausgewählt
werden. Klicken Sie auf das Bild, und ziehen Sie die Maus, um
eine Auswahl zu erstellen. Lassen Sie die Maustaste los, wenn
Sie wieder am Ausgangspunkt angelangt sind.
Select contiguous regions
(Auswahl aneinander grenzender Bereiche)
Mit diesem Tool, auch als unscharfes
Auswahltool oder
Zauberstab bezeichnet, können
Teile eines Bilds in Abhängigkeit der jeweiligen
Farbwerte ausgewählt werden. Wenn Sie einmal auf ein
Bild bei aktivem Zauberstab klicken, werden Pixel
ausgewählt, deren Farbwert dicht an dem Farbwert dieses
Pixels liegt. Wenn Sie klicken und anschließend den
Zauberstab ziehen, wird eine größere Gruppe von
Pixeln als Ausgangspunkt verwendet. Es werden alle Pixel
ausgewählt, deren Farbwert dem der ausgewählten
Pixelgruppe ähnlich ist.
Select regions using Bezier curves
(Auswahl von Bereichen mit Bezierkurven)
Dieses Auswahltool ähnelt dem Freihandauswahltool, wobei
Sie hier aber Ihre Auswahl anpassen können. Wenn Sie
komplizierte Objekte sehr genau auswählen müssen,
ist das Beziertool wahrscheinlich die richtige Wahl.
Zum Erstellen einer Bezierauswahl klicken Sie auf das Bild
und erstellen um Ihre Auswahl herum ein Muster aus
Kontrollpunkten, die später verbunden werden. Platzieren
Sie dabei einen Kontrollpunkt an jeder Ecke bzw. jedem Winkel
Ihrer Auswahl.
Wenn Sie wieder beim Ausgangspunkt angekommen sind, klicken
Sie auf den zuerst erstellten Punkt, um die Auswahl zu
schließen. Jetzt können Sie die Kontrollpunkte
verschieben und Kurven zwischen den Punkten erzeugen, um Ihre
Auswahl anzupassen.
Zum Verschieben der Kontrollpunkte halten Sie die
Strg-Taste gedrückt und ziehen
den Punkt an die gewünschte Stelle.
Zum Erstellen von Kurven müssen Sie auf einen
Kontrollpunkt klicken und dann ziehen. Beim Wegziehen der
Maus vom Kontrollpunkt erscheinen Haltepunkte an der Kurve.
Klicken Sie darauf, und ziehen Sie die Punkte zur Anpassung
der Kurvenform.
Wenn nur die Kurve auf einer Seite eines Kontrollpunktes
verändert werden soll, drücken und halten Sie die
Umschalttaste und ziehen einen der
Haltepunkte an der Kurve.
Wenn Sie mit der Anpassung der Bezierauswahl fertig sind,
klicken Sie in den Innenbereich der Auswahl, um sie
zu aktivieren.
Select shapes from image
(Auswahl Formen vom Bild)
Das Tool Select shapes from image (auch
als intelligente Schere bezeichnet)
ist noch in Entwicklung. Nach Fertigstellung soll es in der
Lage sein, Ihre Auswahl zu verbessern und automatisch die
genaue Form auszuwählen. Das Verhalten dieses Tools ist
nicht immer vorhersagbar, Sie sollten es aber auf jeden Fall
ausprobieren. Natürlich kann
GIMP eine Auswahl leichter
verarbeiten, wenn der Auswahlbereich eine deutlich
hervorgehobene Kante hat.
Klicken Sie auf das Tool intelligente Schere in der Toolbox,
um es zu aktivieren. Klicken Sie dann auf das Bild, und
erstellen Sie wie beim Beziertool um Ihre Auswahl herum ein
Muster aus Kontrollpunkten, die später verbunden werden.
Das Tool intelligente Schere versucht dann herauszufinden,
welcher Bereich ausgewählt werden soll. Die von ihm
eingezeichneten Linien zwischen den Kontrollpunkten verlaufen
also (hoffentlich) entlang den Rändern Ihrer
beabsichtigten Auswahl und nicht einfach als gerade Linien.
Sie können Ihre Auswahl noch anpassen, indem Sie auf
einen der Kontrollpunkte klicken und entsprechend ziehen.
Wenn Sie mit Ihrer Auswahl zufrieden sind, klicken Sie auf
die Auswahl, um sie zu aktivieren.
Move layers and selections
(Ebenen und Auswahlbereiche verschieben)
Das Verschiebentool wird zum
Verschieben eines ausgewählten Bereichs verwendet.
Wenn Sie unmittelbar nach der Erstellung einer aktiven
Auswahl den Mauszeiger darüber bewegen, verwandelt sich
dieser in das Verschiebensymbol. Klicken Sie auf die Auswahl,
und ziehen Sie sie mit der Maus, um sie zu verschieben.
Dieses Verfahren funktioniert sogar, wenn das Verschiebentool
in der Toolbox nicht aktiviert ist.
Wenn das Verschiebentool aktiviert ist, wird das gesamte Bild
(oder die aktive Ebene) verschoben, wenn Sie auf das Bild
klicken und mit der Maus ziehen. Wenn Sie bei gedrückter
Alt-Taste auf das Bild klicken und mit der
Maus ziehen, wird nur die Auswahl verschoben (die Linie mit
den "marschierenden Ameisen").
Wenn das Verschiebentool aktiviert ist, können Sie die
gegenwärtig aktive Auswahl pixelgenau verschieben, wenn
Sie die Alt-Taste gedrückt halten und
die Pfeiltasten zum Verschieben verwenden.
Zoom in & out
(Vergrößern/Verkleinern)
Mit dem Zoomtool, auch als
Lupe bezeichnet, kann das Bild
vergrößert (durch Klicken) bzw. verkleinert werden
(durch Drücken der Strg-Taste und
gleichzeitiges Klicken). Ein spezieller Bereich des Bilds
kann auch durch Klicken und Ziehen mit der Maus
vergrößert werden.
Als Alternative kann mit der Taste =
vergrößert und mit - verkleinert
werden.
Crop the image (Bild zuschneiden)
Das Zuschneidentool, dessen Symbol
einem Skalpell ähnelt, wird zum Abschneiden von
Bildteilen verwendet. Klicken Sie auf das Bild, und ziehen
Sie mit der Maus, um eine rechteckige Auswahl des Bildteils
zu erstellen, das Sie erhalten wollen. Das Dialogfeld
Crop Information wird geöffnet.
Klicken Sie auf den Button Crop im
Dialogfeld Crop Information, um alle
außerhalb der Auswahl liegenden Bildteile
abzuschneiden. Als Alternative können Sie auf den Button
Selection klicken. Es wird dann ein
anpassbares Feld zum Zuschneiden über das Bild gelegt.
Die kleinen Quadrate an den Kanten können dann zum
Anpassen der Zuschneidenauswahl einzeln verschoben werden.
Transform the layer or selection
(Umwandeln in Ebene oder Auswahl)
Mit dem Umwandlungstool kann ein Bild
oder eine Auswahl gedreht, skaliert, geschert sowie seine
Perspektive geändert werden. Doppelklicken Sie auf den
Button Transform, um das Dialogfeld
Transform Tool Options anzuzeigen.
Wählen Sie aus, welche Aktion Sie auf das Bild oder die
Auswahl anwenden wollen. Bewegen Sie den Mauszeiger über
die Auswahl oder das Bild. Dabei verwandelt sich der
Mauszeiger in das Symbol des Umwandlungstools (runde Pfeile).
Klicken Sie dann auf das Bild oder die Auswahl und ziehen Sie
die Maus, um die ausgewählte Aktion durchzuführen.
Flip the layer or selection
(Ebene/Auswahl spiegeln)
Mit dem Spiegeltool können Sie
ein Bild oder eine Auswahl spiegeln.
Add text to the image
(Text zum Bild hinzufügen)
Mit dem Texttool kann Text in das Bild
eingefügt werden. Wählen Sie das Texttool aus, und
klicken Sie anschließend auf das Bild. Das Dialogfeld
Texttool wird geöffnet. Stellen Sie
die Parameter für den hinzuzufügenden Text ein,
geben Sie den Text in das Feld unten im Dialogfeld ein, und
klicken Sie auf OK, um den Text
hinzuzufügen. Beachten Sie bitte, dass
GIMP diejenigen Schriftarten
anzeigt, auf die X auf Ihrem System Zugriff hat.
Wenn Sie Text zu einem Bild hinzufügen, ist dieser
ausgewählt. Wenn Sie den Mauszeiger über den Text
bewegen, erscheint das Verschiebensymbol, und Sie können
auf den Text klicken und diesen mit der Maus ziehen, um den
Text auf einen geeigneten Bereich im Bild zu verschieben.
Pick colors from the image
(Farbe auswählen)
Mit der Farbauswahlpipette kann eine
Farbe aus dem Bild ausgewählt werden. Im Dialogfeld
Color Picker werden sowohl die einzelnen
RGB-Werte als auch die hexadezimalen Werte für das
ausgewählte Pixel angezeigt. Außerdem erscheint im
Feld für die aktive Farbe im unteren Bereich der Toolbox
der Farbwert des ausgewählten Pixels.
Fill with a color or pattern
(Mit Farbe oder Muster füllen)
Mit dem Eimer oder
Eimerfülltool kann eine Auswahl
mit der aktiven Farbe oder einem Muster ausgefüllt
werden.
Fill with a color gradient
(Mit Farbübergang füllen)
Mit dem Farbübergangs- oder
Gradienttool kann eine Auswahl mit
einem Farbbereich gefüllt werden.
Um eine Auswahl mit einem Farbübergang zu versehen,
doppelklicken Sie zuerst auf den Button Farbübergang. Es
werden die Tool Options für
Farbübergänge angezeigt. Über das
Pull-Down-Menü Blend wird der
anzuwendende Farbbereich festgelegt. Der Farbübergang
kann vom Vordergrund in den Hintergrund übergehen oder
umgekehrt. Es ist auch ein Farbübergang von einer Farbe
zu Transparenz möglich, oder Sie können einen der
vielen benutzerdefinierten Farbübergänge
wählen, die in GIMP
verfügbar sind.
Mit dem Pull-Down-Menü Gradient in
den Tool Options für den
Farbübergang können Sie die "Form" des
Farbübergangs festlegen. Über das
Pull-Down-Menü Repeat können
Sie außerdem festlegen, ob der Farbübergang
wiederholt werden soll.
Klicken Sie nach der Auswahl des Farbübergangs auf Ihre
Auswahl oder das ganze Bild, und ziehen Sie mit der Maus, um
Ihren Farbverlauf anzuwenden. Bei den meisten
Farbverläufen (aber nicht bei allen) wird der
Farbbereich des Farbverlaufs davon beeinflusst, wie weit die
Maus gezogen wird. Ein kurzes Ziehen ergibt einen kompakten
Farbverlauf mit mehr definierten Abstufungen zwischen den
Farben, während ein langes Ziehen einen ausgedehnteren
Farbverlauf mit weniger klar definierten Abstufungen ergibt.
Der Bleistift kann zum Zeichnen von
Linien, Kurven und Formen mit scharfen, definierten
Rändern verwendet werden. Informationen zur Auswahl von
Pinseln für die Verwendung mit dem Bleistift finden Sie
in Abschnitt namens Das Dialogfeld Brush Selection.
Der Farbpinsel kann zum Zeichnen von
Linien, Kurven und Formen mit unscharfen Rändern
verwendet werden. Informationen zur Auswahl von Pinseln
für die Verwendung mit dem Farbpinsel finden Sie in
Abschnitt namens Das Dialogfeld Brush Selection.
Erase to foreground or transparency
(Löschen mit Übergang zum Vordergrund oder zur
Transparenz)
Erstaunlicherweise wird der
Radiergummi zum Radieren bzw.
Löschen verwendet. Informationen darüber, welche
Pinsel mit dem Radiergummi verwendet werden können,
finden Sie in Abschnitt namens Das Dialogfeld Brush Selection.
Airbrush with variable pressure
(Airbrush mit variablem Druck)
Der Airbrush wird zum Zeichnen mit
verschiedenen Deckkraftstufen bis hin zur vollen Deckkraft
verwendet (was dann dem Farbpinsel entsprechen würde).
Informationen zur Pinselauswahl finden Sie in
Abschnitt namens Das Dialogfeld Brush Selection.
Paint using patterns or image regions
(Mit Mustern oder Bildbereichen einfärben)
Mit dem Clone oder
Stempeltool können Teile des
Bilds ausgewählt werden, die dann als "Farbe"
verwendet werden. Das Clonetool kann zum Entfernen
unerwünschter Teile des Bildes verwendet werden, indem
diese Teile mit Mustern aus dem Bild selbst eingefärbt
werden.
Klicken Sie auf das Clonetool in der Toolbox, um es zu
aktivieren. Drücken und halten Sie dann die
Strg-Taste gedrückt, und klicken Sie
an die Stelle im Bild, die das Muster für das
Übermalen liefern soll. Lassen Sie die
Strg-Taste los. Klicken Sie auf das Bild,
und ziehen Sie die Maus, um das ausgewählte Muster auf
das Bild anzuwenden. Es wird ein
+-Zeichen zusammen mit dem
Bleistiftsymbol des Clonetools angezeigt. Das
+-Zeichen beginnt an der von Ihnen
ausgewählten Stelle und zeigt an, wo im Bild die
"Farbe" herstammt.
Blur or sharpen
(Verwischen oder Schärfen)
Mit dem Verwischen/Schärfen-Tool
können auf bestimmte Teile des Bilds Verwischen- bzw.
Schärfeneffekte angewendet werden.
Draw in ink (Mit Tinte zeichnen)
Mit dem Tintenstift können Linien
gezeichnet werden, die denen eines normalen Stifts
ähneln. Die Dicke der Linie hängt von der
Geschwindigkeit des Zeichengeräts ab (ein Stifttablett
oder Ihre Maus). Die Tool Options
für den Stift enthalten Einstellungen für die
Größe und die Form des Stifts.
Dodge or Burn (Intensität)
Mit dem Intensitätstool
können in einem Bild die Intensitätswerte
(der Weißanteil in jedem Pixel) angepasst werden.
Mit den Tool Options für das
Intensitätstool kann angegeben werden, ob die
Intensität erhöht (dodge) oder verringert (burn)
werden soll. Mit dem Schieberegler
Exposure kann angegeben werden, um wie
viel die Intensität geändert werden soll (0 bis 100
%). Mit Mode wird festgelegt, welche
Pixel einbezogen werden sollen:
Highlights, Pixel mit hohen
Intensitätswerten; Midtones, Pixel
mit mittleren Intensitätswerten; oder
Shadows, Pixel mit geringen
Intensitätswerten. Für das Intensitätstool
wird ein spezieller Pinsel verwendet. Weitere Informationen
über Pinsel finden Sie in
Abschnitt namens Das Dialogfeld Brush Selection.
Im unteren Bereich der Toolbox werden die aktiven Farben angezeigt:
Abbildung 9-2 Die aktiven Farben
Die aktive Farbe wird im flach dargestellten Kästchen
angezeigt. In Abbildung 9-2 können Sie
sehen, dass die schwarze Vordergrundfarbe die aktive Farbe ist.
Die Standardeinstellung ist schwarz als aktive Vordergrundfarbe und
weiß als aktive Hintergrundfarbe. Klicken Sie auf
,
wenn Sie die Vorder- und Hintergrundfarben vertauschen wollen.
Klicken Sie auf das Kästchen für die aktive Farbe, um
das Dialogfeld Color Selection anzuzeigen:
Abbildung 9-3 Das Dialogfeld Color Selection
Sie können eine beliebige Farbe individuell auswählen,
indem Sie eines der Optionsfelder für Farbe (Hue),
Sättigung (Saturation), Wert (Value), rot, grün oder blau
aktivieren und einen Farbbereich im mittleren Balken und eine
spezielle Farbe im Farbquadrat auswählen.
Sie können auch einfach die richtigen RGB-Werte oder die
Hexadezimalwerte für die auszuwählende Farbe eingeben.
Beim Auswählen der Farben im Farbquadrat oder bei der Eingabe
der genauen Werte können Sie verfolgen, wie das Kästchen
für die aktive Farbe die neue Farbe annimmt.
Wenn Sie einen anderen Pinsel, ein anderes Muster oder einen
anderen Farbverlauf wählen möchten, doppelklicken Sie auf
den aktiven Pinsel, das aktive Muster oder den aktiven Farbverlauf,
um jeweils die Auswahlpalette anzuzeigen. Klicken Sie auf einen
Eintrag in der Palette, um ihn zum aktiven Pinsel, aktiven Muster
oder aktiven Farbverlauf zu machen.
GIMP verfügt über sechs
Auswahltools. Sie können diese Auswahltools verwenden, indem
Sie auf den Teil des Bildes klicken und mit der Maus ziehen, den
Sie auswählen möchten. GIMP
bietet auch die Möglichkeit, Ihre Auswahl zu ändern.
Diese Änderungen sind nur möglich, solange Ihre Auswahl
aktiv ist. Eine aktive Auswahl erkennen Sie an der sich bewegenden
punktierten Linie um die Auswahl ("marschierende Ameisen").
Wenn der Mauszeiger Ihre Auswahl berührt, verwandelt er
sich in das Verschiebensymbol. Wenn Sie auf die Auswahl
klicken und mit der Maus ziehen, können Sie die Auswahl
verschieben.
Mit der Umschalt-Taste können Sie die
Auswahl erweitern. Wenn Sie eine aktive Auswahl haben,
können Sie diese erweitern, indem Sie die
Umschalt-Taste gedrückt halten und mit
einem Auswahltool einen Teil des Bildes auswählen.
Mit der Strg-Taste können Sie eine aktive
Auswahl verkleinern. Wenn Sie die Strg-Taste
gedrückt halten und mit einem Auswahltool einen Teil der
aktiven Auswahl markieren, wird dieser Teil entfernt.
Klicken Sie auf den aktiven Pinsel in der Toolbox, um das
Dialogfeld Brush Selection anzuzeigen. Das
Dialogfeld Brush Selection ist in
Abbildung 9-5 dargestellt:
Abbildung 9-5 Das Dialogfeld Brush Selection
Wenn Sie die Zeichenwerkzeuge von GIMP
verwenden, können Sie die Attribute der gezeichneten Linie
durch Auswahl eines speziellen Pinsels verändern.
Klicken Sie auf einen Pinsel in der Palette, um ihn
auszuwählen. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt, um
den gesamten Pinsel anzuzeigen, wenn der Pinsel größer
ist, als im Kasten dargestellt werden kann.
Bevor Sie ein Bild bearbeiten können, müssen Sie ein Bild
in das Programm laden. Sie können ein Bild z.B. scannen, im
Internet suchen (Beachten Sie die Copyright-Bestimmungen!) oder mit
einer digitalen Kamera aufnehmen.
Zum Laden einer vorhandenen Datei klicken Sie auf
File => Open. Das
Dialogfeld Load Image wird geöffnet, wie in
Abbildung 9-6 dargestellt.
Abbildung 9-6 Das Dialogfeld Load Image
Im Dialogfeld Load Image wird Ihr
Arbeitsverzeichnis beim Start von GIMP
angezeigt. Sie können innerhalb des Dateisystems nach oben und
nach unten navigieren, indem Sie auf die Liste
Directories auf der linken Seite doppelklicken
und aus der Liste Files auf der rechten Seite
eine Datei zum Öffnen auswählen.
GIMP unterstützt die
Dateinamensvervollständigung. Wenn Sie den ersten Buchstaben
(oder mehr) eines Dateinamens in das Feld
Selection eingeben und die
Tabulator-Taste drücken, werden nur die
Unterverzeichnisse und/oder Dateien angezeigt, die mit diesem bzw.
diesen Buchstaben beginnen.
Die von Ihnen ausgewählte Datei wird im Feld
Selection im unteren Bereich des Dialogfelds
angezeigt. Innerhalb des Dialogfelds wird eine Miniaturbildvoransicht
des Bilds angezeigt. Als Alternative wird der Button
Generate Preview angezeigt. Wenn Sie eine
Miniaturansicht des Bilds anzeigen wollen, klicken Sie auf den Button
Generate Preview.
Klicken Sie nach der Auswahl einer Datei auf den Button
OK , um die Datei zu öffnen. Sie
können zum Öffnen einer Datei auch auf einen Dateinamen
doppelklicken.
Zum Speichern einer Bilddatei klicken Sie mit der rechten Maustaste
auf das Bild und wählen File =>
Save (oder Save
as). Wenn Sie Save as
wählen oder Save und die Datei zuvor
noch nicht gespeichert wurde, wird das Dialogfeld Save
Image angezeigt.
Das Dialogfeld Save Image sieht fast genauso
wie das Dialogfeld Load Image aus. Die
Navigation durch den Dateisystembaum und die Auswahl von Dateien
erfolgt auf die gleiche Weise.
Wenn Sie ein Bild speichern, müssen Sie angeben, in welchem
Format das Bild abgespeichert werden soll. GIMP
unterstützt eine Vielzahl von Bildformaten. In
diesem Kapitel werden drei dieser Formate besprochen:
.gif, .jpg und
.xcf.
Die große Mehrheit der Bilder im Web hat das Format
.gif oder .jpg. Bei
beiden Formaten werden die Dateigröße und die
Downloadzeiten durch Komprimierung verringert (die
Downloadgeschwindigkeit ist für alles im Web von
allergrößter Wichtigkeit). Ansonsten unterscheiden sich
diese zwei Dateiformate sehr stark und eignen sich für
unterschiedliche Zwecke.
Das .jpg-Format eignet sich am besten
für Fotografien oder Bilder mit vielen verschiedenen Farben.
Das .gif-Format eignet sich für Bilder,
in denen nur wenige Farben vorkommen oder die relativ große
einfarbige Bereiche enthalten.
Bevor Sie in GIMP ein Bild im
.gif-Format speichern können, müssen
Sie es in Indexfarben oder Grauwerte konvertieren. Zum Konvertieren
eines Bilds in Indexfarben klicken Sie mit der rechten Maustaste
auf das Bild und wählen Image =>
Mode =>
Indexed. Das Dialogfeld
Indexed Color Conversion wird angezeigt:
Abbildung 9-7 Das Dialogfeld Indexed Color Conversion
Um die Dateigröße zu minimieren, kann ein
.gif-Bild nur maximal 256 Farben enthalten.
Wenn Sie ein Bild in Indexfarben
konvertieren, werden die RGB-Farben im Bild auf eine bestimmte
Farbpalette "standardisiert". Wenn Ihr Bild im Web
verwendet werden soll, ist die sicherste Wahl Use Custom
Palette: Web. Die für das Web optimierte Palette
enthält die von der Mehrheit der Web-Browser verwendeten 216
Farben.
Nach der Konvertierung Ihres Bilds in das Indexformat können
Sie es in GIMP als
.gif-Datei abspeichern.
Wenn Sie in GIMP ein Bild bearbeiten und
das Bild speichern wollen, um es später weiterzubearbeiten,
sollten Sie es als .xcf-Datei speichern. Das
.xcf -Format ist das
GIMP-spezifische Dateiformat. Wenn Sie
mit GIMP ein Bild erstellen oder ein
Bild öffnen und GIMP-Effekte
hinzufügen (z.B. Ebenen oder Masken), haben Sie damit der
Bilddatei Informationen hinzugefügt. Diese Informationen gehen
verloren, wenn Sie das Bild im .gif- oder
.jpg-Format abspeichern. Wenn Sie die Datei
als .xcf-Datei speichern, bleiben diese
Informationen jedoch erhalten. Wenn Sie die
.xcf -Datei dann wieder öffnen,
können Sie die Datei weiter bearbeiten, als ob Sie sie nie
geschlossen hätten.
Wenn Sie ein Bild laden oder ein neues Bild öffnen, stellt
GIMP das Bild in einem Rahmen dar, der
nützliche Informationen und Tools enthält, siehe
Abbildung 9-8.
Abbildung 9-8 Das Bildfenster
Oben im Bildfenster wird eine Dateibezeichnung angezeigt, die
folgende Bestandteile hat:
der Name der Datei (mit vorangestelltem *,
wenn die Datei verändert worden ist)
die Fensternummer (fortlaufend von 0 für das erste beim
Start von GIMP geöffnete Bild)
die Ansichtsnummer (fortlaufend von 0 für jede Bildansicht)
der Bildtyp - RGB, indiziert oder Graustufen
der Prozentsatz der Bildfläche, der im Fenster dargestellt
wird, wenn Sie das Bild vergrößert haben
Wenn Sie oben links auf das Symbol
klicken, wird das Bildmenü geöffnet.
Um Sie bei der Darstellung der Größe Ihres Bilds zu
unterstützen, verfügt GIMP
über horizontale und vertikale Lineale. Sie können die
Lineale aktivieren bzw. deaktivieren, indem Sie mit der rechten
Maustaste auf das Bild klicken und View =>
Toggle Rulers auswählen.
Unten links wird die Position des Mauszeigers im Bild angezeigt,
gemessen von 0,0 in der Ecke oben links.
Direkt über dem Fenster für die Mauszeigerposition befinden
sich zwei quadratische Symbole für die schnelle Erstellung von
Masken. Masken sind im Prinzip Auswahlbereiche, die gespeichert und
wieder verwendet werden können. In diesem Grundlagenkapitel
werden Masken nicht besprochen. Wenn Sie
GIMP jedoch für komplexe Bilder
verwenden, sind Masken sehr nützlich. Weitere Informationen zu
Masken finden Sie in einigen der in
Abschnitt namens Wo Sie weitere Informationen finden können aufgeführten Quellen.
Unten rechts befindet sich ein Symbol, das wie das Symbol des
Verschiebentools aussieht. Das ist der so genannte Panner
. Wenn Sie ein Bild vergrößert haben,
können Sie auf den Panner klicken, um ein Miniaturbild des
gesamten Bilds anzuzeigen. Anschließend können Sie auf das
Miniaturbild klicken und mit der Maus ziehen, um die Bildansicht in
Ihrem Bildfenster entsprechend zu schwenken.
Unten im Fenster befinden sich neben dem Mauszeigerpositionsfenster
zwei Statusfelder und ein Cancel-Button. Im
ersten Statusfeld wird der Dateiname angezeigt, falls kein Plug-in
ausgeführt wird (z.B. bei Anwendung eines Filters oder eines
Script-Fu auf ein Bild). Wenn ein Plug-in ausgeführt wird, wird
der Name des Plug-ins im ersten Statusfenster angezeigt. Das
nächste Feld ist leer, enthält jedoch eine Statusanzeige,
wenn ein Plug-in ausgeführt wird. Schließlich kann
über den Button Cancel ein
ausgeführtes Plug-in angehalten werden.
In GIMP können Sie wie in vielen
anderen Anwendungsprogrammen Aufgaben ausführen, ohne die
Hände von der Tastatur zu nehmen. Hier eine Auswahl
nützlicher Tastaturbefehle: