Richtet die Sicherheitsprüfungsoptionen für das
System ein. Dieser Befehl ähnelt dem Befehl
authconfig , der nach der Installation
ausgeführt werden kann. Standardmäßig wird
statt Shadow-Paßwörtern die normale
Verschlüsselung verwendet.
--enablemd5
Verwenden von MD5-Verschlüsselung für die
Benutzerpaßwörter
--enablenis
Aktiviert die NIS-Unterstützung.
Standardmäßig verwendet
--enablenis die nächste
Domäne, die im Netzwerk gefunden wird. Eine
Domäne sollte fast immer manuell eingestellt
werden (über --nisdomain).
--nisdomain
NIS-Domänenname für NIS-Dienste.
--nisserver
Server für NIS-Dienste (Standardvorgabe Broadcast).
Auf den meisten PCI-Systemen sucht das
Installationsprogramm automatisch nach Ethernet- und
SCSI-Karten. Auf älteren Systemen und einigen
PCI-Systemen muß Kickstart jedoch beim Finden der
richtigen Geräte unterstützt werden. Der Befehl
device weist Anaconda an,
Zusatzmodule zu installieren. Die Befehlssyntax ist wie
folgt:
device <Typ><Modulname> --opts
<Optionen>
<Typ> sollte
"scsi" oder "eth" sein,
<Modulname>
ist der Name des zu installierenden Kernelmoduls.
--opts
Optionen, die an das Kernelmodul übergeben
werden sollen. Beachten Sie, daß durch das
Einschließen in Anführungszeichen
mehrere Optionen übergeben werden
können. Beispiel:
Während der Kickstart-Installation können
Treiberdisketten verwendet werden, indem der Inhalt einer
Treiberdiskette in das Root-Verzeichnis einer Partition
der Systemfestplatte kopiert wird. Mit dem Befehl
driverdisk wird dem
Installationsprogramm mitgeteilt, wo sich diese Treiber
befinden.
driverdisk <Partition> [--type <FS-Typ>]
<Partition> ist die
Partition, in der sich die Treiberdiskette befindet.
Gibt die Standardsprache für das installierte System
an. Die angegebene Sprache wird während der
Installation und zur Konfiguration aller
sprachspezifischen Aspekte des installierten Systems
verwendet. Wenn Sie zum Beispiel die Sprache Englisch
einrichten möchten, lautet der entsprechende Eintrag
in der Kickstart-Datei:
Gibt an, wie der Bootloader auf dem System installiert
werden soll. Standardmäßig wird LILO in den MBR
der ersten Festplatte installiert. Wenn eine DOS-Partition
gefunden wird, wird ein Dual-Boot-System installiert. (Das
DOS/Windows-System wird gebootet, wenn am
LILO:-Prompt
dos durch den Benutzer eingegeben wird.)
--append<Parameter>
Angabe von Kernelparametern.
--linear
Verwendung der linearen
LILO-Option. Dies dient nur der
Abwärtskompatibilität. (Linear wird
inzwischen als Standardeinstellung verwendet.)
--location
Gibt an, wo der LILO-Booteintrag gespeichert wird.
Gültige Werte sind mbr
(Standardvorgabe),
partition (installiert den
Bootloader in den ersten Sektor der Partition, in
der sich der Kernel befindet) oder none, wodurch
keine Bootloader installiert wird.
Wenn diese Angabe vorhanden ist, prüft das
Installationsprogramm, ob LILO im MBR der ersten
Festplatte abgelegt ist und startet das System neu, falls
dies zutrifft - in diesem Fall wird keine Installation
durchgeführt. Dadurch kann verhindert werden,
daß Kickstart ein bereits installiertes System
nochmals installiert.
Konfiguriert die Maus für das System, sowohl für
den grafischen Modus als auch für den Textmodus.
Optionen:
--device<Gerät>
Das Gerät, an dem die Maus angeschlossen ist
(z.B. --device ttyS0).
--emulthree
Wenn das X Window System installiert ist, werden
die linke und die rechte Maustaste zum Emulieren
einer dritten Maustaste verwendet (bei
Zwei-Tasten-Mäusen).
Nach den Optionen kann einer der folgenden Maustypen
angegeben werden:
Wenn der Befehl mouse ohne Argumente angegeben
oder weggelassen wird, versucht das
Installationsprogramm, die Maus selbst zu erkennen
(funktioniert bei den meisten neueren
Mäusen).
Konfiguriert Netzwerkinformationen für das System.
Wenn diese Option nicht angegeben ist und die
Kickstart-Installation keine Netzwerkfunktion erfordert
(also keine Installation über NFS), wird keine
Netzwerkfunktionalität für das System
konfiguriert. Wenn die Installation
Netzwerkfunktionalität erfordert, geht
Anaconda davon aus, daß
über eth0 und eine dynamische IP-Adresse (BOOTP/DHCP)
installiert werden soll, und konfiguriert das fertig
installierte System so, daß seine IP-Adresse
automatisch bestimmt wird. Der Befehl network konfiguriert
die Netzwerkinformationen für
Netzwerk-Kickstart-Installationen und für das fertig
installierte System.
--bootproto
Eine der folgenden Angaben: dhcp,
bootp, oder
static (Standardvorgabe DHCP,
dhcp und
bootp werden gleich behandelt).
static muß angegeben werden,
wenn statische IP-Informationen verwendet werden sollen.
--ip
IP-Adresse des zu installierenden Rechners.
--gateway
Standard-Gateway als IP-Adresse.
--nameserver
Primärer Nameserver als IP-Adresse.
--netmask
Netzmaske für das installierte System
Es gibt drei Möglichkeiten zur Netzwerkkonfiguration:
DHCP
BOOTP
statisch
Bei der DHCP-Methode bezieht das System die Informationen
zur Netzwerkkonfiguration von einem DHCP-Serversystem. Die
BOOTP-Methode benötigt entsprechend einen
BOOTP-Server, der die Informationen zur
Netzwerkkonfiguration liefert.
Bei der statischen Methode müssen Sie selbst alle
erforderlichen Informationen zum Netzwerk in die
Kickstart-Datei eintragen. Diese Informationen sind
statisch, d.h. sie werden während der Installation
und auch nach der Installation verwendet.
Mit der folgenden Zeile weisen Sie ein System an, die
Netzwerkkonfiguration über DHCP zu beziehen:
network --bootproto dhcp
Entsprechend bestimmt die nächste Zeile für
diese Aufgabe einen BOOTP-Server:
network --bootproto bootp
Wenn Sie die statische Methode gewählt haben, ist die
Zeile etwas komplexer, da Sie alle
Konfigurationsinformationen auf einer Zeile angeben
müssen. Die folgenden Angaben sind obligatorisch:
Die gesamte Netzwerkkonfigurationmuß in einer Zeile
untergebracht werden. Nur aus Gründen der besseren
Lesbarkeit haben wir in diesem Beispiel
Zeilenumbrüche eingefügt.
Beachten Sie bitte die folgenden Einschränkungen, die
für die statische Methode gelten:
Alle statischen Informationen zur
Netzwerkkonfiguration müssen in
einer Zeile angegeben werden. Es
ist nicht möglich, Zeilen z.B. mit Hilfe eines
umgekehrten Schrägstrichs umzubrechen.
part (obligatorisch für
Installationen, bei Aktualisierungen ignoriert)
Erstellt auf dem System eine Partition. Die Partitionsvorgaben
haben die Form:
part <mntpoint>
--size <size> [--grow] [--onpart
<partc>] [--ondisk
<disk>]
Am <mntpoint> ist die
Partition gemountet. Die Angaben müssen mit einer
der folgenden Methoden gemacht werden:
/<mntpoint>
(z.B. /,
/usr, /home)
swap
Die Partition wird als Swap-Bereich verwendet.
raid.<id>
Die Partition wird für Software-RAID verwendet
(siehe Befehl
raid weiter unten).
--size <size>
Legt die Mindestgröße der Partition fest
--grow
Die Partition wird an den verfügbaren
Speicherplatz angepaßt (falls zutreffend).
--onpart <part>
Weist das Installationsprogramm an, die Partition
auf dem bereits vorhandenen
Gerät
<part> anzulegen.
partition /home --onpart hda1
legt zum Beispiel
/home auf Gerät
/dev/hda1 an, das bereits
vorhanden sein muß.
--ondisk <disk>
Erzwingt die Erstellung der Partition auf einer
speziellen Festplatte. --ondisk
sdb legt die Partition zum Beispiel auf
der zweiten Systemfestplatte an.
Alle erstellten Partitionen werden während des
Installationsprozesses formatiert.
Am <mntpoint> wird das
RAID-Dateisystem gemountet. Bei /
muß RAID Level 1 verwendet werden, es sei denn, es
ist eine Boot-Partition vorhanden
(/boot). In diesem Fall muß die
/boot-Partition vom Typ Level 1 sein.
Für den Typ der Root
(/)-Partition kann jeder der
verfügbaren Typen festgelegt werden.
<partitions*> (* deutet
an, daß mehrere Partitionen aufgeführt werden
können) gibt die RAID-Bezeichnungen an, die zum
RAID-Array hinzugefügt werden sollen.
--level <level>
Zu verwendender RAID-Level (0, 1 oder 5).
--device <mddevice>
Bezeichnung des zu verwendenden RAID-Gerätes
(z.B. md0 oder m1). Für RAID-Geräte
können die Bezeichnungen md0 bis md7 (und
jede nur einmal) verwendet werden.
Hier ein Beispiel für die Erstellung einer Partition
mit RAID Level 1 für / und RAID
Level 5 für /usr. Dabei wird
angenommen, daß im System drei SCSI-Festplatten
vorhanden sind. Es werden außerdem drei
Swap-Partitionen erstellt, auf jedem Laufwerk eine.
part raid.01 --size 60 --ondisk sda
part raid.02 --size 60 --ondisk sdb
part raid.03 --size 60 --ondisk sdc
part swap --size 128 --ondisk sda
part swap --size 128 --ondisk sdb
part swap --size 128 --ondisk sdc
part raid.11 --size 1 --grow --ondisk sda
part raid.12 --size 1 --grow --ondisk sdb
part raid.13 --size 1 --grow --ondisk sdc
Neustart nach fertiggestellter Installation (keine
Argumente). Normalerweise zeigt Kickstart eine Meldung an
und wartet darauf, daß der Benutzer zum Neustart
eine Taste betätigt.
Konfiguriert das X Window System. Wenn diese Option nicht
angegeben wird, muß X während der Installation
vom Benutzer manuell konfiguriert werden, falls X
installiert wurde. Diese Option sollte nur verwendet
werden, wenn X auf dem Endsystem installiert ist.
--noprobe
Keine Monitor-Erkennung.
--card <Karte>
Verwendung von Karte
<Karte>. Der
Kartenname muß in der Kartenliste in
Xconfigurator enthalten
sein. Wenn dieses Argument nicht angegeben wird,
fragt Anaconda den
PCI-Bus nach der Karte ab.
--monitor <mon>
Verwendung des Monitors
<mon>. Die
Monitorname muß in der Monitorliste in
Xconfigurator enthalten
sein. Diese Angabe wird ignoriert, wenn
--hsync oder
--vsync angegeben ist. Wenn
keine Monitorinformationen angegeben sind, wird
die Monitorerkennung über Plug-and-Play
durchgeführt.
--hsync <sync>
Gibt die Horizontalfrequenz des Monitors an.
--vsync <sync>
Gibt die Bildwiederholrate des Monitors an.
--startxonboot
Verwendung eines grafischen Dialogfelds für
die Anmeldung (Runlevel 5) für das installierte
System.
Wenn "zerombr" angegeben wird und
"yes" das einzige Argument ist, werden alle auf
den Festplatten gefundenen ungültigen
Partitionstabellen initialisiert. Dadurch wird der gesamte
Inhalt der Festplatten mit ungültigen
Partitionstabellen gelöscht. Verwendung:
Der Befehl %packages steht am Beginn eines
Kickstart-Dateiabschnitts, in dem die zu installierenden Pakete
aufgeführt sind (nur für Installationen, die
Paketauswahl bei Aktualisierungen wird nicht unterstützt).
Pakete können als Komponenten oder als einzelne Paketnamen
angegeben werden. Das Installationsprogramm definiert
verschiedene Komponenten, in denen Pakete mit ähnlichen
Funktionen zusammengefaßt sind. Eine Liste der Komponenten
finden Sie in der Datei RedHat/base/comps
auf jeder Red Hat Linux CD-ROM. Die Zeilen zur Angabe von Komponenten
beginnen mit einer Zahl, gefolgt von einem Leerzeichen und dem
Namen der Komponente. In dieser Komponente sind die einzelnen
Komponenten Zeile für Zeile aufgelistet. Einzelpaketen ist
keine Zahl vorangestellt.
Zusätzlich gibt es drei weitere Zeilentypen in der Datei
comps:
Architekturspezifisch (alpha:, i386: und sparc64:)
Wenn ein Paketname mit einem Architekturtyp beginnt, muß
nur der Paketname eingegeben zu werden, nicht der
Architekturname. Beispiel:
Für i386: netscape-common Es
muß nur der Teil netscape-common
angegeben werden, damit dieses Paket installiert wird.
Zeilen mit vorangestelltem ?
Zeilen, die mit ? beginnen, gelten
nur für das Installationsprogramm. Diese Zeilentypen
brauchen Sie nicht zu beachten.
Zeilen, mit vorangestelltem --hide
Wenn ein Paketname mit --hide
beginnt, muß nur der Paketname ohne
--hide angegeben werden. Beispiel:
Bei --hide KDE Workstation muß
nur der Teil KDE Workstation
angegeben werden, um dieses Paket zu installieren.
Normalerweise reicht es aus, wenn Sie nur die gewünschten
Komponenten und nicht die einzelnen Pakete angeben. Beachten
Sie, daß die Basis-Komponente
standardmäßig immer ausgewählt wird. Die Angabe
im Abschnitt %packages ist daher nicht
erforderlich.
Hier ein Beispiel für eine %packages-Auswahl:
%packages
@ Networked Workstation
@ C Development
@ Web Server
@ X Window System
bsd-games
Wie das Beispiel zeigt, werden die Komponenten zeilenweise
angegeben. Die Zeilen werden mit dem Zeichen
@ eingeleitet, gefolgt von einem Leerzeichen
und dem vollständigen Namen der Komponente (aus der Datei
comps). Einzelne Pakete werden ohne
zusätzliche Zeichen eingetragen (im obigen Beispiel steht
die Zeile bsd-games für ein einzelnes
Paket).
Bitte beachten:
Sie können mit Kickstart auch Workstation- und
Server-Installation durchführen. Fügen Sie hierzu
einfach eine der folgenden Zeilen in den
Bereich
%packages ein:
Sie können Befehle hinzufügen, die nach der
abgeschlossenen Installation auf dem System ausgeführt
werden. Dieser Abschnitt muß sich am Ende der
Kickstart-Datei befinden und mit dem Befehl
%post beginnen. Sie können im Abschnitt
%post auf das Netzwerk zugreifen. Der
Nameservice ist in dieser Phase
allerdings noch nicht konfiguriert, so daß IP-Adressen
verwendet werden müssen. Hier ein Beispiel für einen
%post-Abschnitt:
%post
# Kommentar zu /etc/motd hinzufügen
echo "Kickstart-Installation `/bin/date`" > /etc/motd
# einen weiteren Nameserver hinzufügen
echo "Nameserver 10.10.0.2" >> /etc/resolv.conf
Dieser Abschnitt erstellt eine Message-of-the-day-Datei, die das
Datum der Kickstart-Installation enthält und die
Beschränkung des Befehls network auf
"nur einen Nameserver" dadurch umgeht, daß ein
weiterer Nameserver zu /etc/resolv.conf
hinzugefügt wird.
Bitte beachten:
Die nach der Installation ausgeführten Skripten werden in
einer mit chroot-Umgebung ausgeführt. Daher ist zum
Beispiel das Kopieren von Skripten oder RPMs vom
Installationsmedium nicht möglich.
--nochroot
Damit können Befehle angegeben werden, die
außerhalb der chroot-Umgebung ausgeführt werden
sollen.