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Red Hat Documentation

Bevor Sie beginnen

Kapitel 2 Bevor Sie beginnen

In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie die Installation von Red Hat Linux auf Ihrem Computer vorbereiten. Es besteht aus zwei großen Abschnitten:

  • Sieben Schritte, mit denen Sie sich optimal auf die Installation von Linux vorbereiten (hierzu zählen Themen wie Informieren über Errata und Kompatibilität der Hardware, Erstellen von Disketten u.ä.)

  • Tabelle mit Systemvoraussetzungen für das Zusammenstellen von Informationen zu Ihrer Hardware

Auch wenn die Installation von Red Hat Linux eine einfache Sache ist, kann die richtige Vorbereitung die ganze Angelegenheit noch reibungsloser gestalten. In diesem Kapitel werden die einzelnen Schritte beschrieben, die vor dem Beginn der Installation ausgeführt werden sollten.

AnmerkungBitte beachten:
 

Wenn Sie momentan Red Hat Linux 2.0 (oder höher) verwenden, können Sie ein Upgrade durchführen. In diesem Fall sollten Sie dieses Kapitel kurz überfliegen, um sich mit den Grundlagen vertraut zu machen und dann in Kapitel 3 weiterlesen, wo Sie weitere Anweisungen finden. Der Aktualisierungsvorgang beginnt genauso wie der Installationsvorgang. Wenn Sie sich für ein Upgrade entschieden haben, sollten Sie in Kapitel 5 weiterlesen.

Wenn Sie sich mit Linux bereits gut auskennen und auch mit den im folgenden beschriebenen Grundlagen vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überspringen und gleich in Kapitel 3 weiterlesen, um den Installationsvorgang zu starten.

TipTip
 

In der Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQ) zu Red Hat finden Sie Lösungen für Probleme, die vor, während oder nach der Installation auftreten können. Die FAQ stehen im Internet unter folgender Adresse zur Verfügung: http://www.redhat.com/support/docs/faqs/rhl_general_faq/FAQ.html

Sieben Schritte für den erfolgreichen Start

Vor dem Installieren von Red Hat Linux sollten Sie sieben Schritte durchführen:

Schritt 1 - Verfügen Sie über die richtigen Red Hat Linux Komponenten?

Wenn Sie die offizielle Red Hat Linux Packung gekauft haben, können Sie sofort loslegen! Es können jedoch auch mal Fehler vorkommen, so daß jetzt eigentlich der richtige Zeitpunkt ist, den Inhalt der Packung nochmals zu überprüfen.

In Ihrer Red Hat Linux Packung befindet sich eine Registrierungskarte. Auf der Rückseite dieser Karte ist eine Liste mit dem Inhalt Ihrer Packung. Sie sollten sich diese Liste durchlesen, um sicherzustellen, daß Sie auch wirklich über alle Disketten und Handbücher verfügen, die normalerweise im Lieferumfang Ihrer Version enthalten sein sollten.

Falls Sie das offizielle Red Hat Linux in der Originalverpackung bei Red Hat, Inc. (oder einem der Distributoren) erworben haben und eine oder mehrere der aufgelisteten Komponenten fehlen, wenden Sie sich bitte gleich an uns! Auf Ihrer Registrierungskarte erfahren Sie auch, an wen Sie sich hierfür wenden müssen.

So können Sie feststellen, ob Sie eine Originalverpackung besitzen: Auf der Unterseite der Packung befindet sich eine ISBN-Nummer neben einem der Barcodes. Diese ISBN-Nummer sollte die folgende Form aufweisen:

	  1-58569-xx-y
	

(xx und y sind eindeutige Nummern). Wenn sich auf der Packung eine ISBN-Nummer in dieser Form befindet und etwas fehlen sollte, wenden Sie sich bitte an uns. Die hierzu erforderlichen Kontaktinformationen finden Sie in Ihrer Packung.

Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, daß Red Hat mit verschiedenen Unternehmen im In- und Ausland Partnerschaften eingegangen ist, um Red Hat Linux weltweit zu vertreiben. Deshalb ist es möglich, daß Ihre Red Hat Linux Packung nicht von Red Hat selbst hergestellt wurde.

Wenn sich auf Ihrer Packung eine andere ISBN-Nummer (oder überhaupt keine) befindet, müssen Sie sich an das Unternehmen wenden, das dieses Set hergestellt hat. Normalerweise geben Dritthersteller auf der Packung zusätzlich ihr Firmenlogo und/oder Kontaktinformationen an. Auf einer offiziellen Red Hat Linux Packung ist hingegen nur unser Firmenname zusammen mit Kontaktinformationen aufgedruckt.

Kein originalverpacktes Red Hat Linux? Kein Problem!

Natürlich kauft nicht jeder das originalverpackte Red Hat Linux. Red Hat Linux kann auch von einer CD-ROM installiert werden, die von einem anderen Unternehmen hergestellt wurde, oder sogar nur über FTP. In diesen Fällen müssen Sie eine oder mehrere Disketten erstellen, damit Sie mit der Installation beginnen können.

Informationen zum Herunterladen und Installieren von Red Hat Linux über FTP finden Sie unter /www.redhat.com/download/howto_download.html.

Wenn Sie Red Hat Linux von einer CD-ROM installieren möchten, die nicht direkt von Red Hat stammt, benötigen Sie möglicherweise eine Bootdiskette. Falls Sie hingegen ein PCMCIA-Gerät (wie einen Laptop) für die Installation verwenden, ist eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich. Unter bestimmten Bedingungen können Sie die Installation auch direkt von der CD-ROM aus starten. Darüber erfahren Sie mehr, wenn die verschiedenen möglichen Installationsverfahren beschrieben werden.

Informationen über das Erstellen von Disketten finden Sie unter Abschnitt namens Erstellen von Installationsdisketten.

Schritt 2 - Ist Ihre Hardware mit Red Hat Linux6.2 kompatibel?

Die Hardware-Kompatibilität ist besonders für Benutzer von älteren oder selbst zusammengestellten Systemen ein wichtiges Thema. Red Hat Linux 6.2 sollte mit den meisten Hardware-Komponenten in Systemen kompatibel sein, die in den letzten zwei Jahren hergestellt wurden. Da sich jedoch die Hardware-Spezifikationen ständig ändern und alle Komponenten weiter verbessert werden, ist es kaum möglich, die vollständige Kompatibilität Ihrer Hardware zu garantieren.

Zuerst sollten Sie die Online-Ressourcen von Red Hat nutzen, um sicherzustellen, daß Ihre Hardware kompatibel ist und/oder unterstützt wird. Die Hardware-Kompatibilitätsliste ist im Internet unter folgender Adresse verfügbar: http://www.redhat.com/hardware.

Danach müssen Sie alle verfügbaren Informationen über Ihre vorhandene Hardware zusammenstellen. Das Offizielle Red Hat Linux Referenzhandbuch enthält hierzu Informationen in der Installationsbezogenen Referenz (einschließlich Anweisungen für Windows-Benutzer). Am Ende dieses Kapitels finden Sie eine Tabelle mit Systemvoraussetzungen (siehe Abschnitt namens Tabelle der Systemvoraussetzungen), die Sie während der Installation ausfüllen und als Referenz verwenden können.

Schritt 3 - Haben Sie schon die Errata abgerufen?

Auch wenn es in den meisten Fällen nicht erforderlich ist, vor der Installation die Errata einzusehen, kann es sicherlich auch nicht schaden…

Red Hat stellt Ihnen auf komfortable Weise Updates für Disketten-Images und die Dokumentation sowie weitere Dateien zum Herunterladen zur Verfügung.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Errata einzusehen:

  1. Online - http://www.redhat.com/support/errata. Unter dieser Adresse können Sie die Errata online lesen und Disketten-Images problemlos herunterladen.

  2. E-Mail - Wenn Sie eine leere E-Mail an senden, erhalten Sie eine Auflistung aller Errata für das Installationsprogramm und das eigentliche Betriebssystem per Mail zugeschickt (falls zu diesem Zeitpunkt Errata vorliegen). In dieser Mail sind URL-Adressen zu jedem aktualisierten Paket und Disketten-Image enthalten. Mit diesen URLs können Sie dann die benötigten Disketten-Images herunterladen. Beachten Sie bitte, daß Sie für das Übertragen von Disketten-Images den Binärmodus verwenden müssen.

Mitunter stellt sich heraus, daß die Installation unter bestimmten Umständen nicht möglich ist und daß für die erfolgreiche Installation ein überarbeitetes Disketten-Image erforderlich ist. In diesen Fällen bieten wir über die Red Hat Linux Errata Fehlerliste spezielle Images zum Herunterladen an.

Da dies relativ selten auftritt, sparen Sie in der Regel Zeit, wenn Sie zunächst die standardmäßigen Disketten-Images ausprobieren und die Errata nur dann zur Hilfe nehmen, wenn sich die Installation nicht problemlos abschließen läßt.

Sollten tatsächlich Probleme auftreten, empfiehlt es sich, daß Sie vor allem die Einträge näher betrachten, bei denen neue Disketten-Images zur Verfügung gestellt werden (die Dateinamen der Images enden immer mit der Erweiterung .img). Wenn Sie einen Eintrag finden, in dem Ihr Problem erwähnt wird, laden Sie sich das zugehörige Disketten-Image herunter und erstellen die entsprechenden Disketten gemäß den Anweisungen in Abschnitt namens Erstellen von Installationsdisketten.

Auch für die Dokumentation sind Errata verfügbar. Wenn größere Änderungen an den Handbüchern vorgenommen werden, stellen wir die aktualisierten Fassungen ebenfalls im Internet bereit. Die aktualisierten Versionen unserer Dokumentationen stehen unter http://www.redhat.com/support/errata/doc_errata/ zur Verfügung.

Schritt 4 - Verfügen Sie über ausreichend Festplattenplatz?

Fast jedes moderne Betriebssystem verwendet Plattenpartitionen. Auch Red Hat Linux bildet da keine Ausnahme. Bei der Installation von Red Hat Linux ist möglicherweise das Erstellen von Partitionen auf der Festplatte erforderlich. Wenn Sie noch nicht mit Festplattenpartitionen gearbeitet haben (oder eine Einführung in die Grundlagen der Partitionierung benötigen), sollten Sie sich den Abschnitt Eine Einführung in Festplattenpartitionen im Anhang des Offiziellen Red Hat Linux Referenzhandbuch vor dem Partitionieren durchlesen.

Wenn Sie kein Upgrade und keine völlige Neuinstallation durchführen, bei der Red Hat Linux das einzige Betriebssystem in Ihrem System ist, müssen Sie sicherstellen, daß Sie auf Ihrer Festplatte über ausreichend freien Festplattenplatz für die Installation verfügen.

Dieser Festplattenplatz muß von dem Festplattenplatz getrennt sein, der von anderen Betriebssystemen belegt wird, die möglicherweise bereits auf Ihrem Computer installiert sind, z.B. Windows, OS/2 oder auch eine andere Version von Linux. Dazu werden Red Hat Linux eine oder mehrere Partitionen zugewiesen.

Bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen, muß eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Ihr Computer muß über ausreichend nicht partitionierten Festplattenplatz zur Installation von Red Hat Linux verfügen.

  • Ihr Computer muß über eine oder mehrere Partitionen verfügen, die gelöscht werden können, damit genügend Festplattenplatz für die Installation von Red Hat Linux zur Verfügung gestellt werden kann.

  • Sie müssen über eine formatierte FAT-Partition verfügen, wenn Sie die partitionslose Installationsmethode verwenden möchten ( Anhang B).

Um Ihnen einen Eindruck zu geben, wieviel Platz Sie auf Ihrer Festplatte benötigen, erhalten Sie in der folgenden Liste einen Überblick über die verschiedenen Installationsmethoden und den jeweils mindestens erforderlichen freien Festplattenplatz. Die gleichen Werte gelten übrigens auch bei einer partitionslosen Installation.

  • GNOME Workstation - 700 MB

  • KDE Workstation - 700 MB

  • Server - 1,7 GB

  • Benutzerdefiniert (bei einer vollständigen Installation) - 1,7 GB

Weitere Informationen über diese Installationsklassen finden Sie in Abschnitt namens Schritt 7 - Welcher Installationstyp ist am besten für Sie geeignet?

Wenn Sie nicht sicher sind, ob diese Bedingungen erfüllt werden, oder wenn Sie wissen möchten, wie Sie mehr Speicherplatz für die Red Hat Linux Installation freigeben können, lesen Sie bitte im Anhang zur Partitionierung im Offiziellen Red Hat Linux Referenzhandbuch nach.

Schritt 5 - Auf welche Weise soll Red Hat Linux installiert werden?

Als nächstes müssen Sie festlegen, welcher Installationstyp Ihren Anforderungen am besten entspricht. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

CD-ROM

Sie haben das originalverpackte Red Hat Linux 6.2 erworben (oder verfügen über eine Red Hat Linux CD-ROM) und besitzen ein CD-ROM-Laufwerk. Für diese Methode ist eine Bootdiskette, ein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk oder eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich.

Festplatte

Sie haben die Red Hat Linux Dateien auf eine lokale Festplatte kopiert. Für diese Methode ist eine Bootdiskette oder eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich.

Image auf NFS-Server

Sie installieren von einem NFS-Image Server, der die Red Hat Linux CD-ROM oder eine Kopie von Red Hat Linux exportiert. Sie benötigen eine Netzwerk- oder PCMCIA-Bootdiskette.

FTP

Sie installieren direkt über einen FTP-Server. Sie benötigen eine Netzwerk- oder PCMCIA-Bootdiskette.

HTTP

Sie installieren direkt über einen HTTP-Webserver. Sie benötigen eine Netzwerk- oder PCMCIA-Bootdiskette.

Schritt 6 - Wie möchten Sie das Installationsprogramm starten?

In Abhängigkeit von der in Schritt 5 gewählten Installationsmethode müssen Sie entscheiden, wie Sie den Installationsvorgang starten und welches Bootmedium Sie verwenden möchten.

Bootfähige CD-ROM

Wenn sich Ihr System über das CD-ROM-Laufwerk booten läßt, können Sie das Installationsprogramm mit Hilfe der Red Hat Linux CD-ROM starten, um die Installation von Ihrem lokalen CD-ROM-Laufwerk aus zu beginnen.

Lokale Bootdiskette

Wenn Sie das originalverpackte offizielle Red Hat Linux 6.2 gekauft haben, befindet sich eine lokale Bootdiskette in der Packung. Diese Diskette kann für die Installation von Festplatte oder von CD-ROM verwendet werden, falls Ihr CD-ROM-Laufwerk nicht bootfähig ist.

Netzwerk-Bootdiskette

Wenn Sie eine Installation über FTP, HTTP oder NFS durchführen, müssen Sie eine eigene Netzwerk-Bootdiskette erstellen. Bei der Image-Datei für die Netzwerk-Bootdiskette handelt es sich um bootnet.img. Diese Datei befindet sich im Verzeichnis images auf Ihrer Red Hat Linux/Intel CD-ROM.

PCMCIA-Bootdiskette

Anhand der folgenden Punkte können Sie bestimmen, ob Sie eine PCMCIA-Bootdiskette erstellen müssen:

  • Sie installieren Red Hat Linux von CD-ROM, und Ihr CD-ROM-Laufwerk ist an Ihren Computer über eine PCMCIA-Karte angeschlossen. In diesem Fall benötigen Sie unbedingt eine PCMCIA-Bootdiskette.

  • Sie verwenden während der Installation einen PCMCIA-Netzwerkadapter. In diesem Fall benötigen Sie unter Umständen eine PCMCIA-Bootdiskette.

Wenn Sie eine PCMCIA-Bootdiskette benötigen, müssen Sie einfach selbst eine erstellen. Die Image-Datei für die PCMCIA-Bootdiskette heißt pcmcia.img und befindet sich im Verzeichnis images auf der Red Hat Linux/Intel CD.

Erstellen von Installationsdisketten

Manchmal ist es erforderlich, eine Diskette aus einer Image-Datei zu erstellen, z.B. falls Sie ein aktualisiertes Disketten-Image von den Red Hat Linux Errata im Internet heruntergeladen haben oder eine Bootdiskette erstellen müssen.

Eine Image-Datei enthält ein exaktes Abbild (oder "Image") des Inhalts einer Diskette. Da eine Diskette neben den in den Dateien enthaltenen Daten noch zusätzlich Dateisysteminformationen enthält, kann die Image-Datei erst verwendet werden, nachdem sie auf eine Diskette geschrieben wurde.

Sie benötigen lediglich eine leere, formatierte 3,5-Zoll-Diskette mit einer Speicherkapazität von 1,44 MB. Und natürlich benötigen Sie auch einen Computer mit einem 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk, der MS-DOS-Programme oder das Dienstprogramm dd ausführen kann, das unter den meisten Linux-ähnlichen Betriebssystemen verwendet werden kann.

Das Verzeichnis images auf Ihrer Red Hat Linux CD-ROM enthält die Boot-Images für Red Hat Linux/Intel.

Nachdem Sie das richtige Image ausgewählt haben, übertragen Sie die Image-Dateien auf eine Diskette.

Erstellen einer Diskette unter MS-DOS

Verwenden Sie das Dienstprogramm rawrite , wenn Sie unter MS-DOS eine Diskette erstellen möchten. Dieses Programm befindet sich auf der Red Hat Linux CD-ROM im Verzeichnis dosutils. Beschriften Sie zuerst eine leere, formatierte 3,5-Zoll-Diskette entsprechend (z.B. mit "Bootdiskette", "Diskette mit Updates"). Legen Sie die Diskette in das Diskettenlaufwerk ein. Geben Sie anschließend die folgenden Befehle ein (in diesem Beispiel wird davon ausgegangen, daß Ihr CD-ROM-Laufwerk den Laufwerksbuchstaben d: hat):

C:\> d:
D:\> cd \dosutils
D:\dosutils> rawrite
Enter disk image source file name: ..\images\boot.img
Enter target diskette drive: a:
Please insert a formatted diskette into drive A: and
press -ENTER- : Eingabetaste
D:\dosutils>
	    

Zuerst fragt Sie rawrite nach dem Dateinamen des Disketten-Images. Geben Sie das Verzeichnis und den Namen des Images ein, das Sie auf die Diskette schreiben möchten (z.B. ..\images\boot.img). Dann fragt rawrite, auf welches Diskettenlaufwerk das Image geschrieben werden soll. Geben Sie a: ein. Schließlich müssen Sie noch in rawrite bestätigen, daß sich im ausgewählten Laufwerk eine formatierte Diskette befindet. Nachdem Sie zur Bestätigung die Eingabetaste gedrückt haben, kopiert rawrite die Image-Datei auf die Diskette. Wenn eine weitere Diskette erstellt werden soll, beschriften Sie diese Diskette, starten rawrite erneut und wählen die gewünschte Image-Datei aus.

Erstellen einer Diskette unter einem Linux-ähnlichen Betriebssystem

Um eine Diskette unter Linux (oder einem anderen Linux-ähnlichen Betriebssystem) zu erstellen, müssen Sie über Schreibrechte auf das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk verfügen. Dieses Laufwerk wird unter Linux unter der Gerätebezeichnung /dev/fd0 angesprochen.

Beschriften Sie zunächst eine leere, formatierte Diskette entsprechend (z.B. mit "Bootdiskette", "Diskette mit Updates"). Legen Sie die Diskette in das Diskettenlaufwerk ein (geben Sie aber nicht den Befehl mount ein). Wechseln Sie nach dem Mounten der Red Hat Linux CD-ROM in das Verzeichnis, das die gewünschte Image-Datei enthält, und geben Sie den folgenden Befehl ein (ändern Sie dabei den Namen der Image-Datei und des Diskettengeräts entsprechend):

	      # dd if=boot.img of=/dev/fd0 bs=1440k
	    

Wenn eine weitere Diskette erstellt werden soll, beschriften Sie diese, starten dd nochmals und wählen die richtige Image-Datei aus.

Schritt 7 - Welcher Installationstyp ist am besten für Sie geeignet?

Red Hat Linux bietet Ihnen vier verschiedene Installationsklassen oder -typen. Sie lauten:

  • Workstation - Eine Workstation-Installation ist am besten geeignet, wenn die Linux-Welt für Sie neu ist und Sie Linux einfach einmal ausprobieren möchten. Sie müssen nur wenige Installationsfragen beantworten und können Red Hat Linux in kürzester Zeit zum Laufen bringen.

  • Server - Eine Server-Installation ist am besten geeignet, wenn Sie Ihr System als Linux-basierten Server verwenden möchten, ohne die Systemkonfiguration hierzu bis ins letzte Detail selbst anpassen zu müssen.

  • Benutzerdefiniert - Eine benutzerdefinierte Installation ermöglicht Ihnen ein besonders hohes Maß an Flexibilität bei der Installation. Sie können unter anderem selbst festlegen, wie Ihre Festplatte partitioniert werden soll und welche Pakete installiert werden. Eine benutzerdefinierte Installation ist vor allem für Benutzer geeignet, die mit dem Installieren von Red Hat Linux bereits vertraut sind und auf Flexibilität besonderen Wert legen.

  • Upgrade - Wenn auf Ihrem System bereits Red Hat Linux 2.0 (oder höher) installiert ist und Sie diese Installation rasch auf die neuesten Pakete und den aktuellen Kernel aktualisieren möchten, ist ein Upgrade die beste Lösung für Sie.

AnmerkungBitte beachten:
 

Bei einer benutzerdefinierten Installation haben Sie das höchste Maß an Flexibilität. Bei den Installationsklassen Workstation und Server läuft der Installationsvorgang automatisch ab, wobei einige Schritte übergangen werden. Allerdings können Sie jetzt auch bei Workstation- und Server-Installationen die Festplatte nach Ihren Wünschen manuell partitionieren.

Sie haben die Wahl, ob Sie den Installationsvorgang vereinfachen möchten (auch wenn Sie dadurch etwas an Flexibilität bei der Konfiguration verlieren) oder eher auf Flexibilität Wert legen, selbst wenn die Installation dadurch etwas komplexer wird. Im folgenden werden die beiden Möglichkeiten näher untersucht, damit Sie selbst entscheiden können, welche Installationsmethode für Sie besser geeignet ist.

AnmerkungBitte beachten:
 

Bei einer partitionslosen Installation müssen Sie zudem angeben, welche Installationsklasse Sie durchführen möchten. Im Gegensatz zu den anderen Installationsmethoden müssen Sie allerdings bei einer partitionslosen Installation nicht befürchten, daß gespeicherte Daten auf Ihrem System gelöscht werden könnten. Bei dieser Installationsmethode werden keine vorhandenen Partitionen gelöscht.

Workstation-Installation

Sie können zwischen zwei verschiedenen Workstation-Installationen auswählen:

  • GNOME Workstation - Hier wird ein System installiert, das vor allem als Workstation genutzt wird. Die GNOME Benutzeroberfläche wird eingerichtet und beim Booten des Systems gestartet. Wenn Sie keine manuelle Partitionierung vornehmen möchten, löscht das Installationsprogramm alle Daten auf allen vorhandenen Linux-Partitionen und entscheidet automatisch, welche Partitionierung für Ihre Festplatte und die neue Linux-Version am besten geeignet ist.

  • KDE Workstation - Hier wird ein System installiert, das vor allem als Workstation genutzt wird. Die KDE Benutzeroberfläche wird eingerichtet und beim Booten des Systems gestartet. Wenn Sie keine manuelle Partitionierung vornehmen möchten, löscht das Installationsprogramm alle Daten auf allen vorhandenen Linux-Partitionen und entscheidet automatisch, welche Partitionierung für Ihre Festplatte und die neue Linux-Version am besten geeignet ist.

AnmerkungBitte beachten:
 

Im Gegensatz zu früheren Workstation-Installationen wird bei Red Hat Linux 6.2 jetzt der Netzwerk-Dämon inetd nicht mehr installiert. Durch den Verzicht auf inetd erhalten Sie ein besonders sicheres System, mit dem jedoch andererseits Netzwerkdienste wie finger, telnet, talk und FTP nicht genutzt werden können. Wenn Sie diese Dienste benötigen, sollten Sie eine Installation der Klassen Server oder Benutzerdefiniert auswählen.

Abläufe bei der Installation

Wenn Sie Ihr System nicht manuell partitionieren, werden bei einer Workstation-Installation alle Linux-Partitionen auf allen installierten Festplatten gelöscht (und der gesamte unpartitionierte Festplattenplatz wird genutzt). Daraufhin werden die folgenden Partitionen angelegt:

  • Eine Swap-Partition mit 64 MB.

  • Eine Root-Partition, deren Größe von Ihrem verfügbaren Festplattenplatz abhängt (eingebunden als /). In dieser Partition werden alle weiteren Dateien Ihres Linux-Systems gespeichert.

  • Eine 16 MB große Partition (eingebunden als boot), in der sich der Linux-Kernel und die zugehörigen Dateien befinden.

Aus dieser Plattenpartitionierung ergibt sich die einfachste Dateisystemkonfiguration, die möglich ist.

AnmerkungBitte beachten:
 

Sie benötigen mindestens 700 MB freien Festplattenplatz, um eine Workstation-Installation durchführen zu können.

Wenn auf Ihrem System bereits Windows (Windows 3.1/95/98/NT) installiert ist, wird bei einer Workstation-Installation Ihr Computer automatisch mit LILO (dem LInux LOader) als Dual-Boot-System konfiguriert.

AchtungVorsicht
 

Eine Workstation-Installation entfernt alle vorhandenen Linux-Partitionen auf sämtlichen Festplatten des Systems. Es wird auch versucht, automatisch eine Dual-Boot-Umgebung im System einzurichten, wenn ein weiteres Betriebssystem installiert ist.

Server-Installation

Bei einer Server-Installation wird das X Window System nicht konfiguriert und keine grafische Benutzeroberfläche beim Booten des Systems gestartet. Das Installationsprogramm löscht alle Daten in allen vorhandenen Partitionen (auch Partitionen mit anderen Betriebssystemen) und entscheidet automatisch, wie die Festplatte(n) für die neue Version am besten partitioniert werden soll. Außerdem legt das Installationsprogramm die zu installierenden Software-Pakete fest.

Abläufe bei der Installation

Wenn Sie keine manuelle Partitionierung durchführen möchten, entfernt eine Server-Installation ALLE vorhandenen Partitionen auf SÄMTLICHEN installierten Festplatten. Wählen Sie diese Installationsart daher nur, wenn Sie sicher sind, daß Sie keine Daten behalten möchten. Nach Abschluß der Installation finden Sie die folgenden Partitionen vor:

  • Eine Swap-Partition mit 64 MB.

  • Eine 256 MB große Partition (eingebunden als /).

  • Eine Partition mit mindestens 512 MB (eingebunden als /usr).

  • Eine Partition mit mindestens 512 MB (eingebunden als /home).

  • Eine 256 MB große Partition (eingebunden als /var).

  • Eine 16 MB große Partition (eingebunden als /boot), in der sich der Linux-Kernel und zugehörige Dateien befinden.

Diese Plattenpartitionierung führt zu einer angemessen flexiblen Dateisystem-Konfiguration für die meisten Serveraufgaben.

AnmerkungBitte beachten:
 

Sie benötigen mindestens 1,7 GB freien Festplattenplatz, um eine Server-Installation durchführen zu können.

AchtungVorsicht
 

Bei einer Server-Installation werden ALLE vorhandenen Partitionen auf SÄMTLICHEN im System installierten Festplatten gelöscht. Von allen Festplatten werden alle Daten und vorhandenen Betriebssysteme entfernt, unabhängig davon, ob es sich um Linux-Partitionen handelt oder nicht!

Benutzerdefinierte Installation

Wie der Name bereits verrät, liegt bei einer benutzerdefinierten Installation die Betonung auf Flexibilität. Bei einer benutzerdefinierten Installation können Sie entscheiden, wie der Festplattenplatz partitioniert werden soll. Sie haben die vollständige Kontrolle über die Pakete, die im System installiert werden. Sie können auch festlegen, ob Sie LILO (den LInux LOader) für das Booten Ihres Systems verwenden möchten.

Was geschieht bei einer benutzerdefinierten Installation?

In diesem Abschnitt werden die Installationsschritte behandelt, die nur bei einer benutzerdefinierten Installation durchgeführt werden müssen.

Dadurch wird möglicherweise den Benutzern geholfen, die gerade dabei sind, sich Gedanken zu machen, welche Installationsklasse sich für ihre Anforderungen besser eignet. Wenn Sie der Ansicht sind, daß Probleme beim Ausführen der einzelnen Aufgaben in der Liste auftreten könnten, sollten Sie keine benutzerdefinierte Installation durchführen, ohne zuvor dieses Handbuch durchzulesen und alle eventuellen Fragen zu klären.

  • Erstellen von Partitionen - Bei der benutzerdefinierten Installation müssen Sie angeben, wo Red Hat Linux installiert werden soll. (Allerdings gilt dies nicht mehr ausschließlich für benutzerdefinierte Installationen, da Sie jetzt auch bei Workstation- und Server-Installationen die Option haben, Ihre Festplatte(n) manuell zu partitionieren).

  • Formatieren von Partitionen - Alle neu erstellten Partitionen müssen formatiert werden. Alle Partitionen, die alte Daten (nicht mehr benötigte oder nicht mehr erwünschte Daten) enthalten, sollten formatiert werden. Wenn Sie sich bei der Workstation- oder Server-Installation entschieden haben, Partitionen manuell zu erstellen, müssen Sie angeben, welche Partitionen formatiert werden sollen.

  • Auswählen und Installieren von Paketen - Dieser Vorgang wird ausgeführt, nachdem die Partitionen konfiguriert und zum Formatieren ausgewählt wurden. An dieser Stelle können Sie Paketgruppen, einzelne Pakete oder eine Kombination der beiden Möglichkeiten auswählen, oder Sie können "alles" installieren.

  • LILO Konfiguration - Bei einer benutzerdefinierten Installation können Sie festlegen, ob LILO installiert werden soll. Falls Sie LILO installieren möchten, können Sie zwischen dem Master Boot Record (MBR) oder dem ersten Sektor der Root-Partition wählen.

Aktualisieren des Systems

Beim Aktualisieren von Red Hat Linux 2.0 (oder höher) werden keinerlei Daten auf Ihrem System gelöscht. Das Installationsprogramm aktualisiert alle momentan installierten Software-Pakete und ersetzt den vorhandenen Kernel durch den modularen Kernel 2.2.x. In Kapitel 3 und Kapitel 5 finden Sie weitere Anweisungen.



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