In diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie die Installation von Red Hat Linux
auf Ihrem Computer vorbereiten. Es besteht aus zwei großen Abschnitten:
Sieben Schritte, mit denen Sie sich optimal auf die Installation
von Linux vorbereiten (hierzu zählen Themen wie Informieren über
Errata und Kompatibilität der Hardware, Erstellen von Disketten u.ä.)
Tabelle mit Systemvoraussetzungen für das Zusammenstellen
von Informationen zu Ihrer Hardware
Auch wenn die Installation von Red Hat Linux eine einfache Sache ist,
kann die richtige Vorbereitung die ganze Angelegenheit noch reibungsloser
gestalten. In diesem Kapitel werden die einzelnen Schritte beschrieben, die
vor dem Beginn der Installation ausgeführt werden sollten.
Bitte beachten:
Wenn Sie momentan Red Hat Linux 2.0 (oder höher) verwenden, können
Sie ein Upgrade durchführen. In diesem Fall sollten Sie dieses Kapitel
kurz überfliegen, um sich mit den Grundlagen vertraut zu machen und dann
in Kapitel 3 weiterlesen, wo Sie weitere Anweisungen finden.
Der Aktualisierungsvorgang beginnt genauso wie der Installationsvorgang. Wenn
Sie sich für ein Upgrade entschieden haben, sollten Sie in Kapitel 5
weiterlesen.
Wenn Sie sich mit Linux bereits gut auskennen und auch mit den
im folgenden beschriebenen Grundlagen vertraut sind, können Sie dieses
Kapitel überspringen und gleich in Kapitel 3 weiterlesen,
um den Installationsvorgang zu starten.
Tip
In der Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQ) zu Red Hat finden
Sie Lösungen für Probleme, die vor, während oder nach der Installation
auftreten können. Die FAQ stehen im Internet unter folgender Adresse
zur Verfügung: http://www.redhat.com/support/docs/faqs/rhl_general_faq/FAQ.html
Wenn Sie die offizielle Red Hat Linux Packung gekauft haben, können
Sie sofort loslegen! Es können jedoch auch mal Fehler vorkommen, so daß
jetzt eigentlich der richtige Zeitpunkt ist, den Inhalt der Packung nochmals
zu überprüfen.
In Ihrer Red Hat Linux
Packung befindet sich eine Registrierungskarte. Auf der
Rückseite dieser Karte ist eine Liste mit dem Inhalt Ihrer Packung. Sie
sollten sich diese Liste durchlesen, um sicherzustellen, daß Sie auch
wirklich über alle Disketten und Handbücher verfügen, die
normalerweise im Lieferumfang Ihrer Version enthalten sein sollten.
Falls Sie das offizielle Red Hat Linux in der Originalverpackung bei Red Hat, Inc.
(oder einem der Distributoren) erworben haben und eine oder mehrere der aufgelisteten
Komponenten fehlen, wenden Sie sich bitte gleich an uns! Auf Ihrer Registrierungskarte erfahren Sie auch, an wen Sie sich hierfür
wenden müssen.
So können Sie feststellen, ob Sie eine Originalverpackung
besitzen: Auf der Unterseite der Packung befindet sich eine ISBN-Nummer
neben einem der Barcodes. Diese ISBN-Nummer sollte die folgende Form aufweisen:
1-58569-xx-y
(xx und y sind
eindeutige Nummern). Wenn sich auf der Packung eine ISBN-Nummer in dieser
Form befindet und etwas fehlen sollte, wenden Sie sich bitte an uns. Die hierzu
erforderlichen Kontaktinformationen finden Sie in Ihrer Packung.
Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, daß Red Hat mit verschiedenen
Unternehmen im In- und Ausland Partnerschaften eingegangen ist, um Red Hat Linux weltweit
zu vertreiben. Deshalb ist es möglich, daß Ihre Red Hat Linux Packung
nicht von Red Hat selbst hergestellt wurde.
Wenn sich auf Ihrer Packung eine andere ISBN-Nummer (oder überhaupt
keine) befindet, müssen Sie sich an das Unternehmen wenden, das dieses
Set hergestellt hat. Normalerweise geben Dritthersteller auf der Packung
zusätzlich ihr Firmenlogo und/oder Kontaktinformationen an. Auf einer
offiziellen Red Hat Linux Packung ist hingegen nur unser Firmenname zusammen mit Kontaktinformationen
aufgedruckt.
Natürlich kauft nicht jeder das originalverpackte Red Hat
Linux. Red Hat Linux kann auch von einer CD-ROM installiert werden, die von
einem anderen Unternehmen hergestellt wurde, oder sogar nur über FTP.
In diesen Fällen müssen Sie eine oder mehrere Disketten erstellen,
damit Sie mit der Installation beginnen können.
Wenn Sie Red Hat Linux von einer CD-ROM installieren möchten, die
nicht direkt von Red Hat stammt, benötigen Sie möglicherweise eine
Bootdiskette. Falls Sie hingegen ein PCMCIA-Gerät (wie einen Laptop)
für die Installation verwenden, ist eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich.
Unter bestimmten Bedingungen können Sie die Installation auch direkt
von der CD-ROM aus starten. Darüber erfahren Sie mehr, wenn die verschiedenen
möglichen Installationsverfahren beschrieben werden.
Die Hardware-Kompatibilität ist besonders für Benutzer
von älteren oder selbst zusammengestellten Systemen ein wichtiges Thema. Red Hat Linux 6.2
sollte mit den meisten Hardware-Komponenten in Systemen kompatibel sein,
die in den letzten zwei Jahren hergestellt wurden. Da sich jedoch die Hardware-Spezifikationen
ständig ändern und alle Komponenten weiter verbessert werden, ist
es kaum möglich, die vollständige Kompatibilität Ihrer Hardware
zu garantieren.
Zuerst sollten Sie die Online-Ressourcen von Red Hat nutzen, um sicherzustellen,
daß Ihre Hardware kompatibel ist und/oder unterstützt wird. Die
Hardware-Kompatibilitätsliste ist im Internet unter folgender Adresse
verfügbar: http://www.redhat.com/hardware.
Danach müssen Sie alle verfügbaren Informationen über
Ihre vorhandene Hardware zusammenstellen. Das Offizielle Red Hat Linux Referenzhandbuch
enthält hierzu Informationen in der Installationsbezogenen
Referenz (einschließlich Anweisungen für Windows-Benutzer).
Am Ende dieses Kapitels finden Sie eine Tabelle mit Systemvoraussetzungen
(siehe Abschnitt namens Tabelle der Systemvoraussetzungen), die Sie während
der Installation ausfüllen und als Referenz verwenden können.
Auch wenn es in den meisten Fällen nicht erforderlich ist, vor
der Installation die Errata einzusehen, kann es sicherlich auch nicht schaden…
Red Hat stellt Ihnen auf komfortable Weise Updates für Disketten-Images
und die Dokumentation sowie weitere Dateien zum Herunterladen zur Verfügung.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Errata einzusehen:
Online - http://www.redhat.com/support/errata. Unter dieser Adresse können
Sie die Errata online lesen und Disketten-Images problemlos herunterladen.
E-Mail - Wenn Sie eine leere E-Mail an <errata@redhat.com> senden, erhalten Sie eine Auflistung aller Errata
für das Installationsprogramm und das eigentliche Betriebssystem per
Mail zugeschickt (falls zu diesem Zeitpunkt Errata vorliegen). In dieser
Mail sind URL-Adressen zu jedem aktualisierten Paket und Disketten-Image enthalten.
Mit diesen URLs können Sie dann die benötigten Disketten-Images
herunterladen. Beachten Sie bitte, daß Sie für das Übertragen
von Disketten-Images den Binärmodus verwenden müssen.
Mitunter stellt sich heraus, daß die Installation unter bestimmten
Umständen nicht möglich ist und daß für die erfolgreiche
Installation ein überarbeitetes Disketten-Image erforderlich ist. In
diesen Fällen bieten wir über die Red Hat Linux Errata Fehlerliste spezielle
Images zum Herunterladen an.
Da dies relativ selten auftritt, sparen Sie in der Regel Zeit, wenn
Sie zunächst die standardmäßigen Disketten-Images ausprobieren
und die Errata nur dann zur Hilfe nehmen, wenn sich die Installation nicht
problemlos abschließen läßt.
Sollten tatsächlich Probleme auftreten, empfiehlt es sich, daß
Sie vor allem die Einträge näher betrachten, bei denen neue Disketten-Images
zur Verfügung gestellt werden (die Dateinamen der Images enden immer
mit der Erweiterung .img). Wenn Sie einen Eintrag finden,
in dem Ihr Problem erwähnt wird, laden Sie sich das zugehörige Disketten-Image
herunter und erstellen die entsprechenden Disketten gemäß den
Anweisungen in Abschnitt namens Erstellen von Installationsdisketten.
Auch für die Dokumentation sind Errata verfügbar. Wenn
größere Änderungen an den Handbüchern vorgenommen werden,
stellen wir die aktualisierten Fassungen ebenfalls im Internet bereit. Die
aktualisierten Versionen unserer Dokumentationen stehen unter http://www.redhat.com/support/errata/doc_errata/ zur Verfügung.
Fast jedes moderne Betriebssystem verwendet Plattenpartitionen. Auch Red Hat Linux bildet da keine Ausnahme. Bei der Installation von Red Hat Linux
ist möglicherweise das Erstellen von Partitionen auf der Festplatte
erforderlich. Wenn Sie noch nicht mit Festplattenpartitionen gearbeitet haben
(oder eine Einführung in die Grundlagen der Partitionierung benötigen),
sollten Sie sich den Abschnitt Eine Einführung in Festplattenpartitionen im Anhang des Offiziellen Red Hat Linux Referenzhandbuch vor dem Partitionieren
durchlesen.
Wenn Sie kein Upgrade und keine völlige Neuinstallation durchführen,
bei der Red Hat Linux das einzige Betriebssystem in Ihrem System ist, müssen
Sie sicherstellen, daß Sie auf Ihrer Festplatte über ausreichend
freien Festplattenplatz für die Installation
verfügen.
Dieser Festplattenplatz muß von dem Festplattenplatz getrennt
sein, der von anderen Betriebssystemen belegt wird, die möglicherweise
bereits auf Ihrem Computer installiert sind, z.B. Windows, OS/2 oder auch
eine andere Version von Linux. Dazu werden Red Hat Linux eine oder mehrere Partitionen
zugewiesen.
Bevor Sie mit dem Installationsvorgang beginnen, muß eine der
folgenden Bedingungen erfüllt sein:
Ihr Computer muß über ausreichend nicht partitionierten Festplattenplatz zur Installation von Red Hat Linux
verfügen.
Ihr Computer muß über eine oder mehrere
Partitionen verfügen, die gelöscht werden können, damit genügend
Festplattenplatz für die Installation von Red Hat Linux zur Verfügung gestellt
werden kann.
Sie müssen über eine formatierte FAT-Partition
verfügen, wenn Sie die partitionslose Installationsmethode verwenden
möchten ( Anhang B).
Um Ihnen einen Eindruck zu geben, wieviel Platz Sie auf Ihrer Festplatte
benötigen, erhalten Sie in der folgenden Liste einen Überblick über
die verschiedenen Installationsmethoden und den jeweils mindestens
erforderlichen freien Festplattenplatz. Die gleichen Werte gelten
übrigens auch bei einer partitionslosen Installation.
GNOME Workstation - 700 MB
KDE Workstation - 700 MB
Server - 1,7 GB
Benutzerdefiniert (bei einer vollständigen
Installation) - 1,7 GB
Wenn Sie nicht sicher sind, ob diese Bedingungen erfüllt werden,
oder wenn Sie wissen möchten, wie Sie mehr Speicherplatz für die Red Hat Linux
Installation freigeben können, lesen Sie bitte im Anhang zur Partitionierung
im Offiziellen Red Hat Linux Referenzhandbuch nach.
Als nächstes müssen Sie festlegen, welcher Installationstyp
Ihren Anforderungen am besten entspricht. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
CD-ROM
Sie haben das originalverpackte Red Hat Linux 6.2 erworben (oder verfügen
über eine Red Hat Linux CD-ROM) und besitzen ein CD-ROM-Laufwerk. Für diese
Methode ist eine Bootdiskette, ein bootfähiges CD-ROM-Laufwerk oder
eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich.
Festplatte
Sie haben die Red Hat Linux Dateien auf eine lokale Festplatte kopiert. Für
diese Methode ist eine Bootdiskette oder eine PCMCIA-Bootdiskette erforderlich.
Image auf NFS-Server
Sie installieren von einem NFS-Image Server, der die Red Hat Linux CD-ROM
oder eine Kopie von Red Hat Linux exportiert. Sie benötigen eine Netzwerk- oder
PCMCIA-Bootdiskette.
FTP
Sie installieren direkt über einen FTP-Server. Sie benötigen
eine Netzwerk- oder PCMCIA-Bootdiskette.
HTTP
Sie installieren direkt über einen HTTP-Webserver. Sie benötigen
eine Netzwerk- oder PCMCIA-Bootdiskette.
In Abhängigkeit von der in Schritt 5 gewählten Installationsmethode
müssen Sie entscheiden, wie Sie den Installationsvorgang starten und
welches Bootmedium Sie verwenden möchten.
Bootfähige CD-ROM
Wenn sich Ihr System über das CD-ROM-Laufwerk booten läßt,
können Sie das Installationsprogramm mit Hilfe der Red Hat Linux CD-ROM starten,
um die Installation von Ihrem lokalen CD-ROM-Laufwerk aus zu beginnen.
Lokale Bootdiskette
Wenn Sie das originalverpackte offizielle Red Hat Linux 6.2 gekauft haben,
befindet sich eine lokale Bootdiskette in der Packung.
Diese Diskette kann für die Installation von Festplatte oder von CD-ROM
verwendet werden, falls Ihr CD-ROM-Laufwerk nicht bootfähig ist.
Netzwerk-Bootdiskette
Wenn Sie eine Installation über FTP, HTTP oder NFS durchführen,
müssen Sie eine eigene Netzwerk-Bootdiskette erstellen.
Bei der Image-Datei für die Netzwerk-Bootdiskette handelt es sich um
bootnet.img. Diese Datei befindet sich im Verzeichnis
images auf Ihrer Red Hat Linux/Intel CD-ROM.
PCMCIA-Bootdiskette
Anhand der folgenden Punkte können Sie bestimmen, ob Sie eine PCMCIA-Bootdiskette erstellen müssen:
Sie installieren Red Hat Linux von CD-ROM, und Ihr CD-ROM-Laufwerk
ist an Ihren Computer über eine PCMCIA-Karte angeschlossen. In diesem
Fall benötigen Sie unbedingt eine PCMCIA-Bootdiskette.
Sie verwenden während der Installation einen PCMCIA-Netzwerkadapter.
In diesem Fall benötigen Sie unter Umständen eine PCMCIA-Bootdiskette.
Wenn Sie eine PCMCIA-Bootdiskette benötigen, müssen Sie
einfach selbst eine erstellen. Die Image-Datei für die PCMCIA-Bootdiskette
heißt pcmcia.img und befindet sich im Verzeichnis images auf der Red Hat Linux/Intel CD.
Manchmal ist es erforderlich, eine Diskette aus einer Image-Datei zu erstellen, z.B. falls Sie ein aktualisiertes Disketten-Image
von den Red Hat Linux Errata im Internet heruntergeladen haben oder eine Bootdiskette
erstellen müssen.
Eine Image-Datei enthält ein exaktes Abbild (oder "Image")
des Inhalts einer Diskette. Da eine Diskette neben den in den Dateien enthaltenen
Daten noch zusätzlich Dateisysteminformationen enthält, kann die
Image-Datei erst verwendet werden, nachdem sie auf eine Diskette geschrieben
wurde.
Sie benötigen lediglich eine leere, formatierte 3,5-Zoll-Diskette
mit einer Speicherkapazität von 1,44 MB. Und natürlich benötigen
Sie auch einen Computer mit einem 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk, der MS-DOS-Programme
oder das Dienstprogramm dd ausführen kann, das unter
den meisten Linux-ähnlichen Betriebssystemen verwendet werden kann.
Das Verzeichnis images auf Ihrer Red Hat Linux CD-ROM
enthält die Boot-Images für Red Hat Linux/Intel.
Nachdem Sie das richtige Image ausgewählt haben, übertragen
Sie die Image-Dateien auf eine Diskette.
Verwenden Sie das Dienstprogramm rawrite ,
wenn Sie unter MS-DOS eine Diskette erstellen möchten. Dieses Programm
befindet sich auf der Red Hat Linux CD-ROM im Verzeichnis dosutils. Beschriften Sie zuerst eine leere, formatierte 3,5-Zoll-Diskette
entsprechend (z.B. mit "Bootdiskette", "Diskette mit Updates"). Legen Sie
die Diskette in das Diskettenlaufwerk ein. Geben Sie anschließend die
folgenden Befehle ein (in diesem Beispiel wird davon ausgegangen, daß
Ihr CD-ROM-Laufwerk den Laufwerksbuchstaben d:
hat):
C:\> d:D:\> cd \dosutilsD:\dosutils> rawriteEnter disk image source file name: ..\images\boot.imgEnter target diskette drive: a:Please insert a formatted diskette into drive A: andpress -ENTER- : EingabetasteD:\dosutils>
Zuerst fragt Sie rawrite nach dem Dateinamen
des Disketten-Images. Geben Sie das Verzeichnis und den Namen des Images ein,
das Sie auf die Diskette schreiben möchten (z.B. ..\images\boot.img). Dann fragt rawrite, auf welches Diskettenlaufwerk
das Image geschrieben werden soll. Geben Sie a: ein.
Schließlich müssen Sie noch in rawrite
bestätigen, daß sich im ausgewählten Laufwerk eine formatierte
Diskette befindet. Nachdem Sie zur Bestätigung die Eingabetaste gedrückt haben, kopiert rawrite die Image-Datei
auf die Diskette. Wenn eine weitere Diskette erstellt werden soll, beschriften
Sie diese Diskette, starten rawrite erneut und
wählen die gewünschte Image-Datei aus.
Um eine Diskette unter Linux (oder einem anderen Linux-ähnlichen
Betriebssystem) zu erstellen, müssen Sie über Schreibrechte auf
das 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk verfügen. Dieses Laufwerk wird unter
Linux unter der Gerätebezeichnung /dev/fd0
angesprochen.
Beschriften Sie zunächst eine leere, formatierte Diskette
entsprechend (z.B. mit "Bootdiskette", "Diskette mit Updates"). Legen Sie
die Diskette in das Diskettenlaufwerk ein (geben Sie aber nicht den Befehl mount ein). Wechseln Sie nach dem Mounten der Red Hat Linux CD-ROM in das
Verzeichnis, das die gewünschte Image-Datei enthält, und geben Sie
den folgenden Befehl ein (ändern Sie dabei den Namen der Image-Datei
und des Diskettengeräts entsprechend):
# dd if=boot.img of=/dev/fd0 bs=1440k
Wenn eine weitere Diskette erstellt werden soll, beschriften
Sie diese, starten dd nochmals und wählen
die richtige Image-Datei aus.
Red Hat Linux bietet Ihnen vier verschiedene Installationsklassen oder -typen.
Sie lauten:
Workstation - Eine Workstation-Installation
ist am besten geeignet, wenn die Linux-Welt für Sie neu ist und Sie Linux
einfach einmal ausprobieren möchten. Sie müssen nur wenige Installationsfragen
beantworten und können Red Hat Linux in kürzester Zeit zum Laufen
bringen.
Server - Eine Server-Installation
ist am besten geeignet, wenn Sie Ihr System als Linux-basierten Server verwenden
möchten, ohne die Systemkonfiguration hierzu bis ins letzte Detail selbst
anpassen zu müssen.
Benutzerdefiniert - Eine benutzerdefinierte
Installation ermöglicht Ihnen ein besonders hohes Maß an Flexibilität
bei der Installation. Sie können unter anderem selbst festlegen, wie
Ihre Festplatte partitioniert werden soll und welche Pakete installiert werden.
Eine benutzerdefinierte Installation ist vor allem für Benutzer geeignet,
die mit dem Installieren von Red Hat Linux bereits vertraut sind und auf Flexibilität
besonderen Wert legen.
Upgrade - Wenn auf Ihrem System
bereits Red Hat Linux 2.0 (oder höher) installiert ist und Sie diese Installation
rasch auf die neuesten Pakete und den aktuellen Kernel aktualisieren möchten,
ist ein Upgrade die beste Lösung für Sie.
Bitte beachten:
Bei einer benutzerdefinierten Installation haben Sie das höchste
Maß an Flexibilität. Bei den Installationsklassen Workstation und
Server läuft der Installationsvorgang automatisch ab, wobei einige Schritte
übergangen werden. Allerdings können Sie jetzt auch bei Workstation-
und Server-Installationen die Festplatte nach Ihren Wünschen manuell
partitionieren.
Sie haben die Wahl, ob Sie den Installationsvorgang vereinfachen
möchten (auch wenn Sie dadurch etwas an Flexibilität bei der Konfiguration
verlieren) oder eher auf Flexibilität Wert legen, selbst wenn die Installation
dadurch etwas komplexer wird. Im folgenden werden die beiden Möglichkeiten
näher untersucht, damit Sie selbst entscheiden können, welche Installationsmethode
für Sie besser geeignet ist.
Bitte beachten:
Bei einer partitionslosen Installation müssen Sie zudem angeben,
welche Installationsklasse Sie durchführen möchten. Im Gegensatz
zu den anderen Installationsmethoden müssen Sie allerdings bei einer
partitionslosen Installation nicht befürchten, daß gespeicherte
Daten auf Ihrem System gelöscht werden könnten. Bei dieser Installationsmethode
werden keine vorhandenen Partitionen gelöscht.
Sie können zwischen zwei verschiedenen Workstation-Installationen
auswählen:
GNOME Workstation - Hier wird ein
System installiert, das vor allem als Workstation genutzt wird. Die GNOME
Benutzeroberfläche wird eingerichtet und beim Booten des Systems gestartet.
Wenn Sie keine manuelle Partitionierung vornehmen möchten, löscht
das Installationsprogramm alle Daten auf allen vorhandenen Linux-Partitionen
und entscheidet automatisch, welche Partitionierung für Ihre Festplatte
und die neue Linux-Version am besten geeignet ist.
KDE Workstation - Hier wird ein
System installiert, das vor allem als Workstation genutzt wird. Die KDE Benutzeroberfläche
wird eingerichtet und beim Booten des Systems gestartet. Wenn Sie keine manuelle
Partitionierung vornehmen möchten, löscht das Installationsprogramm
alle Daten auf allen vorhandenen Linux-Partitionen und entscheidet automatisch,
welche Partitionierung für Ihre Festplatte und die neue Linux-Version
am besten geeignet ist.
Bitte beachten:
Im Gegensatz zu früheren Workstation-Installationen wird
bei Red Hat Linux 6.2 jetzt der Netzwerk-Dämon inetd
nicht mehr installiert. Durch den Verzicht auf inetd erhalten Sie ein besonders sicheres System, mit dem jedoch
andererseits Netzwerkdienste wie finger, telnet, talk und FTP nicht genutzt werden können. Wenn Sie diese Dienste
benötigen, sollten Sie eine Installation der Klassen Server oder Benutzerdefiniert
auswählen.
Wenn Sie Ihr System nicht manuell partitionieren,
werden bei einer Workstation-Installation alle Linux-Partitionen auf allen
installierten Festplatten gelöscht (und der gesamte unpartitionierte
Festplattenplatz wird genutzt). Daraufhin werden die folgenden Partitionen
angelegt:
Eine Swap-Partition
mit 64 MB.
Eine Root-Partition, deren Größe von Ihrem
verfügbaren Festplattenplatz abhängt (eingebunden als /). In dieser Partition werden alle weiteren Dateien Ihres Linux-Systems
gespeichert.
Eine 16 MB große Partition (eingebunden als boot), in der sich der Linux-Kernel und die zugehörigen Dateien
befinden.
Aus dieser Plattenpartitionierung ergibt sich die einfachste
Dateisystemkonfiguration, die möglich ist.
Bitte beachten:
Sie benötigen mindestens 700 MB freien Festplattenplatz, um eine
Workstation-Installation durchführen zu können.
Wenn auf Ihrem System bereits Windows (Windows 3.1/95/98/NT)
installiert ist, wird bei einer Workstation-Installation Ihr Computer automatisch
mit LILO (dem LInux LOader) als Dual-Boot-System konfiguriert.
Vorsicht
Eine Workstation-Installation entfernt alle
vorhandenen Linux-Partitionen auf sämtlichen Festplatten des Systems.
Es wird auch versucht, automatisch eine Dual-Boot-Umgebung im System einzurichten,
wenn ein weiteres Betriebssystem installiert ist.
Bei einer Server-Installation wird das X Window System nicht konfiguriert und keine grafische Benutzeroberfläche beim Booten des Systems gestartet. Das Installationsprogramm löscht
alle Daten in allen vorhandenen Partitionen (auch Partitionen mit anderen
Betriebssystemen) und entscheidet automatisch, wie die Festplatte(n) für
die neue Version am besten partitioniert werden soll. Außerdem legt
das Installationsprogramm die zu installierenden Software-Pakete fest.
Wenn Sie keine manuelle Partitionierung
durchführen möchten, entfernt eine Server-Installation ALLE vorhandenen Partitionen auf SÄMTLICHEN installierten
Festplatten. Wählen Sie diese Installationsart daher nur,
wenn Sie sicher sind, daß Sie keine Daten behalten möchten. Nach
Abschluß der Installation finden Sie die folgenden Partitionen vor:
Eine Swap-Partition
mit 64 MB.
Eine 256 MB große Partition (eingebunden als /).
Eine Partition mit mindestens 512 MB (eingebunden als
/usr).
Eine Partition mit mindestens 512 MB (eingebunden als
/home).
Eine 256 MB große Partition (eingebunden als
/var).
Eine 16 MB große Partition (eingebunden als /boot), in der sich der Linux-Kernel und zugehörige Dateien
befinden.
Diese Plattenpartitionierung führt zu einer angemessen flexiblen
Dateisystem-Konfiguration für die meisten Serveraufgaben.
Bitte beachten:
Sie benötigen mindestens 1,7 GB freien Festplattenplatz, um eine
Server-Installation durchführen zu können.
Vorsicht
Bei einer Server-Installation werden ALLE vorhandenen Partitionen
auf SÄMTLICHEN im System installierten Festplatten gelöscht.
Von allen Festplatten werden alle Daten und vorhandenen Betriebssysteme entfernt,
unabhängig davon, ob es sich um Linux-Partitionen handelt oder nicht!
Wie der Name bereits verrät, liegt bei einer benutzerdefinierten
Installation die Betonung auf Flexibilität. Bei einer benutzerdefinierten
Installation können Sie entscheiden, wie der
Festplattenplatz partitioniert werden soll. Sie haben die vollständige
Kontrolle über die Pakete, die im System installiert werden. Sie können
auch festlegen, ob Sie LILO (den LInux LOader) für das Booten Ihres
Systems verwenden möchten.
In diesem Abschnitt werden die Installationsschritte behandelt,
die nur bei einer benutzerdefinierten Installation
durchgeführt werden müssen.
Dadurch wird möglicherweise den Benutzern geholfen, die
gerade dabei sind, sich Gedanken zu machen, welche Installationsklasse sich
für ihre Anforderungen besser eignet. Wenn Sie der Ansicht sind, daß
Probleme beim Ausführen der einzelnen Aufgaben in der Liste auftreten
könnten, sollten Sie keine benutzerdefinierte Installation durchführen,
ohne zuvor dieses Handbuch durchzulesen und alle eventuellen Fragen zu klären.
Erstellen von Partitionen - Bei der benutzerdefinierten
Installation müssen Sie angeben, wo Red Hat Linux installiert werden soll. (Allerdings
gilt dies nicht mehr ausschließlich für benutzerdefinierte Installationen,
da Sie jetzt auch bei Workstation- und Server-Installationen die Option haben, Ihre Festplatte(n) manuell zu partitionieren).
Formatieren von Partitionen - Alle neu erstellten Partitionen
müssen formatiert werden. Alle Partitionen, die alte Daten (nicht mehr
benötigte oder nicht mehr erwünschte Daten) enthalten, sollten formatiert
werden. Wenn Sie sich bei der Workstation- oder Server-Installation entschieden
haben, Partitionen manuell zu erstellen, müssen Sie angeben, welche Partitionen
formatiert werden sollen.
Auswählen und Installieren von Paketen - Dieser Vorgang
wird ausgeführt, nachdem die Partitionen konfiguriert und zum Formatieren
ausgewählt wurden. An dieser Stelle können Sie Paketgruppen, einzelne
Pakete oder eine Kombination der beiden Möglichkeiten auswählen,
oder Sie können "alles" installieren.
LILO Konfiguration - Bei einer benutzerdefinierten Installation
können Sie festlegen, ob LILO installiert werden soll. Falls Sie LILO
installieren möchten, können Sie zwischen dem Master Boot Record
(MBR) oder dem ersten Sektor der Root-Partition wählen.
Beim Aktualisieren von Red Hat Linux 2.0 (oder höher) werden keinerlei
Daten auf Ihrem System gelöscht. Das Installationsprogramm aktualisiert
alle momentan installierten Software-Pakete und ersetzt den vorhandenen Kernel
durch den modularen Kernel 2.2.x. In Kapitel 3 und Kapitel 5 finden Sie weitere Anweisungen.