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| Red Hat Documentation |
Kapitel 2 SystemadministrationIn diesem Kapitel erhalten Sie einen Überblick über das Red Hat Linux System. Es werden Aspekte des Systems beschrieben, mit denen Sie möglicherweise noch nicht vertraut sind, sowie Merkmale, die sich von anderen UNIX-Systemen etwas unterscheiden. Struktur des DateisystemsRed Hat ist dem Filesystem Hierarchy Standard (FHS) verpflichtet. Dabei handelt es sich um ein gemeinsam mit anderen Institutionen erarbeitetes Dokument, in dem die Namen und Speicherorte vieler Dateien und Verzeichnisse festgelegt sind. Mit der Weiterentwicklung dieses Standards wird auch Red Hat Linux entsprechend angepaßt. Das aktuelle FHS-Dokument ist die maßgebende Referenz für alle FHS-konformen Dateisysteme. In diesem Abschnitt geben wir Ihnen einen Überblick über den Standard sowie eine Beschreibung jener Teile des Dateisystems, die vom Standard nicht beschrieben werden. Den vollständigen Standard finden Sie unter: Die Erfüllung des Standards umfaßt viele Aspekte. Die zwei wichtigsten sind zum einen die Kompatibilität mit anderen standardkonformen Systemen und zum anderen die Fähigkeit zum Mounten der Partition /usr mit Read-Only-Zugriffsberechtigung, da diese Partition häufig benötigte ausführbare Dateien enthält und nicht von Benutzern geändert werden soll. Daher kann die Partition /usr von der CD-ROM oder von einem anderen Computer über NFS schreibgeschützt gemountet werden. Überblick über den Dateisystemstandard (FHS)Die hier beschriebenen Verzeichnisse und Dateien stellen nur eine kleine Teilmenge von den im Dokument zum Dateisystemstandard angegebenen Verzeichnissen und Dateien dar. Die umfassendsten Informationen finden Sie im neuesten Dokument zum Dateisystemstandard FHS. Das Verzeichnis /devDas Verzeichnis /dev enthält Dateisystemeinträge, die die an das System angeschlossenen Geräte repräsentieren. Diese Dateien sind für das richtige Funktionieren des Systems unerläßlich. Das Verzeichnis /etcDas Verzeichnis /etc ist für lokale Konfigurationsdateien reserviert. In /etc dürfen keine Binärdateien abgelegt werden. Binärdateien, die bisher in /etc gespeichert waren, sind jetzt in /sbin oder eventuell in /bin abzulegen. Die Verzeichnisse X11 und skel müssen Unterverzeichnisse von /etc sein:
Im Verzeichnis X11 werden X11-Konfigurationsdateien wie XF86Config abgelegt. Im Verzeichnis skel werden "Skeleton"-Benutzerdateien abgelegt, die beim Erstellen eines neuen Benutzers als Vorlage verwendet werden, um die Dateien in dessen Heimatverzeichnis zu erstellen. Das Verzeichnis /libDas Verzeichnis /lib sollte nur jene Bibliotheken enthalten, die für das Ausführen der Binärdateien in /bin und /sbin gebraucht werden. Das Verzeichnis /procDas Verzeichnis /proc enthält spezielle Dateien, die Informationen mit dem Kernel austauschen. Mit dem Befehl cat kann so auf einfache Weise auf Informationen über das Betriebssystem zugegriffen werden. Das Verzeichnis /sbinIm Verzeichnis /sbin sind Programme abgelegt, die nur vom Root-Benutzer verwendet werden, und zwar nur jene, die für den Systemstart, das Mounten von /usr und das Ausführen von Aktionen zur Wiederherstellung des Systems benötigt werden. Laut Dateisystemstandard FHS gilt:
/sbin sollte mindestens die folgenden Programme enthalten:
Das Verzeichnis /usrIm Verzeichnis /usr werden Dateien abgelegt, die allen Benutzern auf einer Site zur Verfügung gestellt werden. Für das Verzeichnis /usr wird in der Regel eine eigene Partition angelegt. Es sollte möglich sein, diese Partition schreibgeschützt zu mounten. /usr muß die folgenden Unterverzeichnisse enthalten:
Das Verzeichnis X11R6 enthält das X Window System (bei Red Hat Linux handelt es sich dabei um XFree86), bin enthält ausführbare Dateien, doc enthält Dokumentation, die nicht in Form von man-Seiten vorliegt, etc enthält Konfigurationsdateien, die für die gesamte Site gelten, include enthält C-Header-Dateien, info enthält GNU-Info-Dateien, lib enthält Bibliotheken, man enthält man-Seiten, sbin enthält Programme für die Systemadministration, die nicht in /sbin abgelegt sind, und src enthält Quellcode. Das Verzeichnis /usr/localLaut Dateisystemstandard FHS gilt:
Das Verzeichnis /usr/local hat eine ähnliche Struktur wie das Verzeichnis /usr. Es enthält die folgenden Unterverzeichnisse, deren Verwendungszweck jeweils dem der Unterverzeichnisse im Verzeichnis /usr ähnlich ist:
Das Verzeichnis /varDer Dateisystemstandard FHS erfordert, daß das Mounten von /usr im Read-Only-Modus möglich sein soll. Daher sollten Programme, die Protokolldateien schreiben oder spool- bzw. lock-Verzeichnisse benötigen, am besten in das Verzeichnis /var schreiben. Laut Dateistandardsystem FHS enthält /var:
/var muß die folgenden Unterverzeichnisse enthalten:
Systemprotokolldateien wie wtmp und lastlog werden im Verzeichnis /var/log abgelegt. Das Verzeichnis /var/lib enthält auch die RPM-Systemdatenbanken. Formatierte man-Seiten werden im Verzeichnis /var/catman, Sperrdateien im Verzeichnis /var/lock abgelegt. Das Verzeichnis /var/spool enthält Unterverzeichnisse, in denen verschiedene Systeme Datendateien speichern können. /usr/local in Red Hat LinuxDer Verwendungszweck des Verzeichnisses /usr/local unterscheidet sich in Red Hat Linux geringfügig von der im Dateisystemstandard FHS definierten Verwendung. Laut Dateistandard soll in /usr/local Software abgelegt werden, die bei Aktualisierungen der System-Software geschützt werden soll. Das Aktualisieren von Red Hat mit dem RPM-System und Gnome-RPM ist sicher, was das Überschreiben angeht. Es ist daher nicht nötig, Dateien dadurch zu schützen, daß Sie sie im Verzeichnis /usr/local ablegen. Statt dessen wird empfohlen, /usr/local für lokal verwendete Software zu nutzen. Angenommen, Sie haben z.B. /usr über NFS schreibgeschützt von beavis gemountet. Wenn Sie ein bestimmtes Paket oder Programm installieren möchten, auf beavis aber nicht schreibend zugreifen können, sollten Sie es unter /usr/local installieren. Falls es Ihnen irgendwann gelingen sollte, den Systemadministrator von beavis dazu zu bringen, das Programm auf /usr zu installieren, können Sie es von /usr/local wieder deinstallieren. |
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